Donnerstag, 6. November 2014

Des Sklaven Lust, Gedicht



Des Sklaven Lust

von Xenia Portos



Gefesselt und hilflos, erwartungsvoll gespannt,
Horcht er auf das Geräusch, zitternd gebannt.
Der Hieb saust hernieder, beißend und grell
Schmerz findet den Weg, zischend und schnell
Der Schlange Biss gräbt sich ein, wird wühlen,
Die Nervenbahnen beginnen langsam zu glühen

Des zweiten Hiebes Schmerz das Gehirn erreicht,
Jedes andere Gefühl dem Körper entweicht.
Hieb auf Hieb, ohne Mitleid,  nach ihrem Ermessen.
Es entringt sich ein Stöhnen und Zerren an Fesseln
Hoffnung auf Ende der süßen Qual, leises Flehen.
Jaaaaaaa, voller Lust im Schmerz vergehen!

Bunte Kreise, Blitze oder zuckendes Lichtermeer
Der gepeitschte Körper unterscheidet  nicht mehr.
Jeder Muskel zuckt, das Fleisch ist gepeinigt,
Der Körper schreit nach Erlösung, ist wie gesteinigt.
Da, die Peitsche ruht, die Luft pfeifend entweicht,
Der Höhepunkt der Lust ist qualvoll erreicht.



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Sklavenmarkt bei Madame, Erotik (SM)



Sklavenmarkt bei Madame

von Xenia Portos 

 

Bildergebnis für Sklavenmarkt


Natalia und die Zofe waren den restlichen Tag damit beschäftigt, um sich aus einigen Ballen weißer Seide fließende Gewänder zusammen zu nähen. Das Mädchen musste auch in die Stadt fahren und einige goldene Gürtel, Haarspangen und Sandalen zu besorgen. Sie berichtete, dass sie in den einschlägigen einige der Mädchen aus den anderen Bordellen getroffen hat, die ähnliche Sachen kauften. Aber auch ein oder zwei Damen aus der Gesellschaft, die offensichtlich auf dieselbe Idee gekommen waren, wie ihre Herrin. Das wunderte Natalia sehr und machte sie neugierig.

Wie vereinbart fuhren Natalia und der Fürst getrennt zu der Villa von Madame. Niemand sollte erahnen, was sich so zwischen Fürst Michail und Natalia abspielte.

Natalia sah sehr verführerisch aus. Die Seide umspielte ihren sehr weiblichen Körper, ein breiter goldener Gürtel hielt es an der Taille zusammen und betonte ihre üppigen Brüste. Durch den dünnen Stoff hoben sich ihre Brustnippel stark ab. Die Seide rieb daran und machte sie immer geiler und erregter und in der Folge den Nippeln größer und immer härter.

Die Zofe neben ihr hatte ebenfalls ein fließend  weiches Gewand, gebunden mit goldenen Bändern quer unter die Brust, einige Male über den Rücken und wieder nach vorne gebunden. Denn ihre Brüste waren um einiges voluminöser und schwerer, wie die ihrer Herrin und mussten Halt finden. Beide hatten die Haare nach oben gekämmt und mit zahlreichen Kämmen und Spangen zusammen gehalten. Natalias Haar war einiges länger und fiel in einem Pferdeschwanz über den Rücken. Ihre Füße steckten in goldenen Sandalen und die Zehennägel waren mit Henna rot gefärbt. Das trugen nur die käuflichen Damen, für die Damen der Gesellschaft galt das als vulgär, ordinär und verachtenswert.

Als sie mit der Kutsche vorfuhren, die vom alten Gärtner gelenkt wurde, war das Treiben offenbar schon in vollem Gange. Das Mädchen vereinbarte mit ihm, dass er sich ganz am Rande hin stellen solle und entweder am Kutschbock schlafen, oder sich in das Untergeschoß begeben kann, wo die anderen Bediensteten waren. Dort gab es Tee und Gebäck. Er zog es vor, zu bleiben und zu schlafen bis sie wieder kamen.

Eine breite Treppe führte zu einer offenen Doppeltüre hinauf. Dort wurden sie von einigen Mädchen empfangen und ihnen die Umhänge abgenommen. Die männlichen Besucher mussten in eine große Schale einige Geldscheine werfen, die weiblichen Besucher durften so hinein. Sie waren ja sozusagen „Mitarbeiter“.

Natalia hatte schon vorsorglich in der  ihre Maske angelegt, sie durfte ja nicht erkannt werden. Doch Mara, eine der Mädchen hatte sie als Lydia, eine der „Liebesdienerinnen“  von Madame erkannt, als die sie sie ja von ihren Besuchen her kannte. Sie führte sie in die Mitte des großen Salons und wies ihr eine breite Liege mit vielen Polstern zu.

Obwohl der Raum noch nicht voll gefüllt war, hatten es sich schon einige Pärchen bequem gemacht. Natalia ließ ihre Blicke schweifen und entdeckte zu ihrer rechten den Grafen Nicolai, wie er sich gerade in eines der Mädchen hineinwühlte. Das Mädchen hatte das Glück, dass sie kräftig gebaut war und seinen Stößen etwas entgegen halten konnte. Natalia erinnerte sich an ihre Begegnung mit Graf Nikolai beim ersten Abend genau hier in diesen Räumen mit gemischten Gefühlen. Er war anfangs sehr einfühlsam, erkundete jede Nische, jede Spalte an ihrem Körper, achtete darauf, dass sie zu ihrem Orgasmus kam, doch dann entwickelte er sich zu einem Vulkan und brauste über sie hinweg. Er hatte sie gleich am ersten Abend hier für eine der Prostituierten des Etablissements gehalten, weil sie am Kleid eine Brosche in Form einer Lilie trug. Die Lilie ist das Markenzeichen von Madame Alexandrowa, das alle ihre Mädchen irgendwo am Körper eingebrannt erhielten.
Als sie sich entschloss, heimlich bei Madame ihre geheimen Begierden auszuleben, musste sie sich ebenfalls eine Lilie einbrennen lassen. Als sie dann im Bordell gelegentlich arbeitete, verlangte er einige Male nach ihr, nach Lydia, ohne zu ahnen, dass sie Fürstin Natalia Federowa war, die Gattin seines Freundes Fürst Federow.
Sie wählte für das Brandmal den Platz zwischen ihren Schenkeln und Elias brannte es ihr ein. In Gedanken daran glitt ihre Hand durch den Spalt ihrer Toga zu der Stelle und sie fuhr mit den Fingern darauf auf und ab.
Graf Nikolai hatte sich inzwischen von der Blondine gelöst und blickte zu ihr herüber. Er erkannte sie trotz der Maske sofort.
„Lydia, mein Traum, ich habe gehofft, Du bist da. Ich habe bereits Madame gefragt, sie wusste es nicht. Was machst Du da mit den Fingern zwischen deinen Beinen? Schäm Dich, ich kann das besser!“ Er machte es sich auf der  Liege bequem und begann mit seiner Zunge in ihrem Ohr zu flattern. Mit einer Hand begann er ihre Nippel zu streicheln und mit der anderen war er schon zwischen ihren Schenkeln und strich nun ebenfalls über die Lilie, die erhaben auf der Haut zu spüren war. Es waren offenbar alle Männer gleich leicht erregbar, wenn sie diese Brandmale spürten. Da kam offenbar der Eroberer durch, der seinen Viehbestand kennzeichnete, markierte.
„Oh, da bist ja schon ganz schön feucht, deine Klit ist hart und groß! Komm und ziere Dich nicht, ich habe es gerne, wenn Frauen ihre Höhepunkte hinaus schreien.“
Er konnte es, ja ohne Zweifel; er war ein Meister darin. Er machte es anfangs langsam, dann schneller, dann wieder langsam, aber immer intensiver.
„Wie lange soll ich es ausdehnen? Willst Du es genießen, oder gleich kommen?“, seine Stimme war heiser, seine Lippen feucht und wulstig, seine Zunge bohrte sich in ihre Kehle.
„Ohja, ich will es länger genießen!“, flüsterte Natalia. Es gefiel ihr plötzlich sehr, dass er es offenbar lange ausdehnen wollte. Vorsichtshalber hatte sie keine Unterkleider angezogen, so konnte er ungehindert vordringen. Offensichtlich war auch er unter dem kurzen Kilt völlig nackt, denn sein mächtiges Glied schob sich plötzlich, völlig unerwartet zwischen ihre Schenkel und fand den Weg in ihre warme, feuchte Vagina.
„Lydia, meine Hure, Du geiles Weib, auf das habe ich schon einige Zeit gewartet, ich werde Dich zu Tode stoßen!“, er schrie es in ihr Ohr. Es war klar, es erregte ihn, wenn er grobe, ordinäre Worte gebrauchen konnte. Plötzlich wurde er wilder, unbeherrschter und ergoss sich, völlig außer Kontrolle geratend in sie. 
Sie hatten nicht bemerkt, dass sich der Raum inzwischen gefüllt hatte, rundum war leises Stöhnen, Lachen und Gurren zu hören. Manche der Paare gaben sich völlig ungeniert ihren Trieben hin. Die Atmosphäre war schwül und wollüstig.
Viele der Kerzenkandalaber  waren inzwischen gelöscht worden und die Menschen konnte man nur an ihren Umrissen erkennen.

Auf dem Podium tat sich was. Es war ein Pfahl aufgesellt worden, an dem einige Ketten befestigt waren. Einige waren  kürzer, einige waren länger. Das Podium wurde besser beleuchtet, es standen Öllampen im Kreis und einige der kleinen Perserinnen, die ja angekündigt wurden, hielten Fackeln in Händen. Nun ein Trommelwirbel und Madame erschien in einem dunkelblauen, durchsichtigen Gewande, hatte eine Peitsche in der Hand und gebot mit einer Bewegung Ruhe.

„Wir werden nun einige Sklaven, männliche und weibliche auf das Podium bringen. Sie können sich herauf begeben, diese Sklaven ansehen und angreifen und für den heuten Abend kaufen. Wir haben Liegen, Nischen und auch Chambre Separees, wo sie sich mit ihnen zurückziehen können.  Wir bitten um ihre Angebote!“
Nun betraten die kleinen Perserinnen, die fast nackt waren nur dünne Schleier um den Körper trugen, das Podium und jede zog einen so genannten Sklaven oder eine fast nackte Sklavin hinter sich her und ketteten sie an den Pfosten an. Dann traten sie hinter sie und warteten.

Natalia war elektrisiert. Der zweite Sklave von rechts war ohne Zweifel Pjotr! Da Graf Nikolai gebannt auf das Podium starrte und die Sklavinnen einschätzte, konnte Natalia unbemerkt nach vorne  gehen, sich durch die Ansammlung der Gaffer drängen und genau vor Pjotr stehen bleiben. Ja, das war Pjotr! Und wild entschlossen stieg sie hinauf und stellte sich genau vor ihm hin. Sie sprach das Mädchen hinter ihm an und begann, um den Preis zu feilschen. Sie kamen zu einem Ergebnis.
Pjotr stand da, groß und massig wie er nun war, den Kopf rasiert, die Muskeln eingeölt, bekleidet mit einem kurzen Lederrock und schwarzen Sandalen mit Riemen bis hinauf zu den Schenkeln und starrte in den Raum. Als er die Stimme Natalias vernahm, ging ein Ruck durch seinen Körper, er hatte seine ehemalige Herrin erkannt. Er begann schneller zu atmen.
Sie zahlte den vereinbarten Preis, das Mädchen löste die Kette und gab ihr das Ende in die Hand. Sie hatte ein Zimmer mitbezahlt und führte ihn nun an der Kette vom Podium.

Als sie die Türe zum Vorraum schloß wandte sie sich sofort Pjotr zu.
„Ich werde Dich auspeitschen, ich werde Dich nun jede Woche bestrafen, dass Du so unbeherrscht warst! Was hast Du dir dabei gedacht?“
Er ging in die Knie. „Ja Herrin, ich bin schuld, ich muss bestraft werden!“

Er beugte sich nach vor, hielt seine Hände über dem Nacken verschränkt und wartete, dass sie ihn auspeitschte. Sie konnte dadurch seinen Rücken und einen Teil seiner Pobacken sehen und die waren noch immer von der Auspeitschung durch den Schmied gezeichnet.
Sie warf sich aufs Bett.
„Komm her, mache das, was Du zu machen hast. Und wenn Du es gut machst, dann erst werde ich die Peitsche aus dem Schrank nehmen!“
Sie wusste, dass in jedem der Zimmer einige Schlagwerkzeuge wie Peitschen, Ruten, Gerten  und Holzpaddel, Fesseln und Stricke waren. Sie wird das nachher entscheiden, doch nun wollte sie nichts als seine Zunge auf ihrer Perle spüren. Diese kräftige, raue und lange Zunge!

Er robbte auf den Knien zu ihr hin und drückte ihre Schenkel mit beiden Händen auseinander. Da sah er die Lilie, er wusste sofort Bescheid.
Natürlich hatte er sich seine eigenen  Gedanken gemacht, als er mit ihr immer wieder her fuhr und dann zwei Stunden auf sie warten musste, aber das hatte er  sich nicht vorgestellt.

Er kreiste vorerst mit dem Zeigefinger langsam über ihre Labilen, ihre Klitoris, drehte den Daumen ein wenig in ihre, von Graf  Nikolai erregte Vulva und dann senkte er seine Lippen auf die tiefrote, harte Klitoris und begann  sie mit der Zunge wild zu umspielen. Natalia hatte sofort vor Lust und Erleichterung begonnen unterdrückt zu schreien. Es machte sie jedes Mal fast wahnsinnig, wenn sie diese Zunge spürte. Fest und rau, fordernd und unermüdlich!
Ohja; er wusste, wie er sie total aus den Angeln heben konnte, wie er sie so zum Zittern bringen kann, dass keiner ihrer Nerven still halten konnte. Es war ein Furioso ohne gleichen. Sie wusste nicht mehr, wann der eine Höhepunkte ausklang und der nächste wieder begann. Sie krallte sich an der Polsterung des Bettes fest und schrie immer nach mehr.
Als der Atem nur mehr stoßweise  ging und aus ihre Lunge pfiff und das Herz in ihren Ohren dröhnte, klopfte sie auf das Bett als Zeichen, dass er aufhören sollte.
Er hörte sofort auf, stand auf, beugte sich über sie und drang behutsam in sie ein. Sie hatte ihn ebenfalls so erregt, es war die logische Folge der Geschehnisse. Obwohl sie es nicht mehr für möglich gehalten hatte, noch zu einem neuerlichen Orgasmus zu kommen, war es in kurzen Momenten wieder so weit, sie explodierten gemeinsam.

Er richtete sich auf und blickte auf sie hinunter.
Sie streckte ihre Arme aus und er half ihr aufzustehen, dann drehte er sich um und ging zum Schrank, holte die Peitsche heraus und überreichte sie ihr. Er hatte sie sich verdient.
Es gierte ihm danach, obwohl er ja durch die Hiebe des Schmiedes bis zur Grenze der Ertragbarkeit  getrieben wurde.
Er warf sich zu Boden, verschränkte seine Arme in Nacken und wartete.

Natalia hielt dieses Instrument in der Hand und musste sich richtig zwingen, es zu benutzen. Sie verstand nicht ganz, dass dieser geschundene Körper noch immer nicht genug hatte. Dann holte sie aus und ließ sie auf ihn nieder sausen. Er bedankte sich nach jedem Schlag, warf den Kopf in die Höhe und gab undefinierbare Töne von sich. Er genoss es sichtlich.



AUSZUG AUS DEM e-BOOK

"IM FEUER DER BEGIERDE"
von  XENIA PORTOS

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Mittwoch, 5. November 2014

BLUMEN AUS GLAS, Fantasy



Blumen aus Glas 

von Joana Angelides





Er wird heute, wie vor langer Zeit in seiner Kindheit, wieder einmal durch die Wand des Gewächshauses ins Reich der Glasblumen gehen. Das war beschlossene Sache.
Er erinnerte sich, dass er das als kleiner Bub öfter getan hat. Doch mit der Zeit und dem Älterwerden wurde diese Erinnerung ins Reich der Fantasie geschoben und dann irgendwann fiel es dem Vergessen anheim. Besonders als Großvater eines Tages verschwand; er war der einzige, mit dem er dieses Geheimnis teilte.
Es hieß er sei wieder zur See gegangen und Großmutter schwieg beharrlich.
Irgendwann erreichte ihn die Nachricht, dass das Haus verlassen war und er als Erbe für die Erhaltung zuständig sei. Es gab außer einem Testament von Großmutter keine weiteren Unterlagen. Auch nicht über ihren Tod, der den Gerüchten nach, kein natürlicher war. Sie soll der Fluss eines Tages mit sich gerissen haben.
Dann stand das Haus viele Jahre einfach nur so da.
Er war gerade pensioniert worden und bezog das Haus, wollte den Rest seines Lebensabends hier verbringen.
Er besuchte das Grab, das Großmutter schon zu ihren Lebzeiten gekauft und mit einem Grabstein ausgestattet hatte. Sie ließ ihren und den Namen von Großvater eingravieren und legte dann immer ein paar Blumen aufs Grab. Sie waren für Großvater gedacht, von dem sie nicht wusste, ob er nun lebte oder in der Fremde verstorben war.
Dieses Grab war sein einziger Bezugspunkt zu den Großeltern, den er noch hatte.
Doch gestern, als er so an seinem Rollstuhl gefesselt, alleine im Gewächshaus war, seine Orchideen umsorgte, sie besprühte und hin und wieder ein Blatt entfernte, fiel ihm diese alte Geschichte wieder ein.
Er liebte seine Orchideen, sie waren für ihn wie Kinder, die er hegte und pflegte. Fast seine ganze Zeit verbrachte er im Gewächshaus. Immer wenn eine Orchidee verwelkte, war es wie der Tod ohne Wiederkehr eines Kindes.
Was würde er dafür geben, wenn er diese Wunderwerke der Natur für immer konservieren könnte. Au0erdem dachte er mit großer Sorge an die Zukunft. Was wird mit seinen Orchideen geschehen, wenn er von dieser Welt abberufen wird?
Da fiel ihm eben wieder das lange vergessene Reich der Glasblumen ein.
Aus Glas würden sie dort für ewig blühen und nie vergehen. Der Wunsch, sie für die Ewigkeit zu erhalten, wurde daher immer stärker.
Er wusste noch, dass es nur dann funktionierte, wenn der Himmel mit Wolken-Schleiern übersät war und sie der Wind vor sich hertrieb. Dann fiel das Sonnenlicht nur gedämpft durch das pyramidenähnlich gebaute Glashaus.
Und das trügerische Licht zauberte damals Gestalten und Schatten auf die Glas-Wände und aus den Ecken kamen seltsam verdrehte und verschnörkelte Triebe hervor, die wie lange gierige Finger nach ihm griffen.
Sie machten ihm Angst und er flüchtete sich dann immer zu seinem Großvater, der draußen im Garten den Rasen pflegte und das Unkraut jätete.
"Wollen dich die Glasblumen wieder holen?", fragte er dann und strich ihm über den Kopf.
"Ja, sie strecken ihre Triebe durch die Wände und versuchen, mich zu umschlingen!", rief er dann immer ängstlich.
"Du solltest keine Angst haben, kleinen Kindern und alten Leuten sind sie immer freundlich gesinnt. Komm wir gehen gemeinsam zu ihnen."
Er nahm ihn dann immer bei der Hand und führte ihn in das Glashaus zurück bis zu der rückwärtigen Wand, die an den Fels stieß.
Mit seinen sehnigen, von der Gartenarbeit gezeichneten Händen, berührte er dann den Fels und er öffnete sich einen Spalt, der gerade so groß war, dass sie beide durchgehen konnten. Dann schloss sich der Spalt wieder.
Drinnen standen sie vor einem großen Feld mit Sonnenblumen, die größer als er selber waren. Die Blumenköpfe waren goldgelb glänzend und durchscheinend, sie waren alle aus Glas.
Ein leichter Wind ließ sie hin und her schwanken, dadurch lag ein sonderbares Klirren in der Luft, das durch die Berührung der einzelnen Blüten und Blätter entstand. Es war eine fröhliche, sich geheimnisvoll verbreitende Melodie.
"Oh, Großvater, das ist ja wunderschön!", rief er und bestaunte die leicht schwankenden Stängel und gelben Blütenköpfe.
"Ja, aber bedenke, es sind keine echten Blumen, sie sind nur aus Glas. Sie riechen nicht und sie können auch nicht wachsen. Siehst du dort den See, mit den Seerosen? Auch alles aus Glas. Man kann in den See nicht eintauchen, die Seerosen schwimmen auch nicht auf der Oberfläche, sie bleiben immer an ihrem Platz. Dafür verwelken sie aber auch nicht, sie bleiben immer so wie sie jetzt sind."

Der Großvater strich ihm damals mit der Hand abermals über den Kopf.
"Es ist aber eine unwirkliche Welt, keine Welt für Menschen aus Fleisch und Blut."
"Ich finde das aber trotzdem wunderbar! Ich muss immer weinen, wenn eine Blume verwelkt! Gibt es auch Orchideen hier?" Er liebte schon damals die Vielfalt der Orchideen.
"Ja, da rückwärts, links neben dem See. Sie haben alle Formen und Farben, die du dir vorstellen kannst und die jemals in unserem Glashaus gezüchtet wurden. Sie stehen in Glastöpfen, sogar die Tautropfen der Blütenblätter sind aus Glas. Und jene Orchideen, die normalerweise auf den Bäumen in den Urwäldern wachsen sind ebenfalls vertreten, sie schwanken leicht im Wind und man kann ihre Musik weit hören, wenn sie sich berühren. Es ist eine Zauberwelt und schade, dass sie nur wenige Menschen betreten können. Nur unschuldige Kinder und alte Leute können sie sehen. Aber auch nur für kurze Zeit, bis die Sonne untergeht. Dann müssen wir wieder zurück sein, sonst werden wir auch zu Glas und müssen für ewig hier bleiben."
Er erinnerte sich, wie erschrocken er über diese Worte war und rannte sofort wieder zu der Stelle, wo die Öffnung vorher war. Großvater berührte diese Stelle wieder mit seiner Hand und sie traten zurück ins wirkliche Leben.
Großmutter schüttelte jedes Mal den Kopf, wenn er ihr davon erzählte.
"Du solltest den Geschichten von Großvater keinen Glauben schenken, das weißt du doch! Er hat eine blühende Fantasie!"
Das sagte sie jedes Mal. Er scheute dann davor zurück, ihr zu erzählen, dass sie beide, Großvater und er, in dieser Welt waren, dass sie wirklich existierte.
Das war vor langer Zeit.

Mit einem entschlossenen Ruck drehte er seinen Rollstuhl in die Richtung, wo sich spezielle Züchtungen befanden.
Er wählte vier Orchideenstämme aus, die in den letzten Jahren mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden.
Nachdem er einen prüfenden Blick auf den etwas verhangenen Himmel geworfen hatte, lenkte er den Rollstuhl zielstrebig in den hinteren Teil des Raumes.
Zögernd hob er seine Hand und berührte leicht zögernd, die Felswand.
Wie durch Zauberhand, als ob die Zeit still gestanden hätte, öffnete sich wieder ein Spalt und er konnte einfach hindurch fahren.
Wieder umfing ihn diese wundersame Welt der Glasblumen. In all den vielen Jahren schien sich hier nichts verändert zu haben.
Dieses seltsame Klirren und melodische Klingen lag in der Luft wie ehedem. Die Blumen und Pflanzen rundum waren bunt und fast durchsichtig. Man konnte meinen, in einem wunderbaren Garten zu stehen. Das einzige was fehlte und fast gespenstig anmutete, war das nicht vorhandene Gesumme der Bienen, das Vogelgezwitscher oder das Rauschen eines Baches.
Die Äste eines Baumes schienen sich zu ihm herunter zu beugen, doch er wich aus und suchte mit den Blicken die Orchideen, von denen Großvater damals sprach.
Er war schon eine Weile hin und her gefahren, als er sie endlich fand. Fassungslos stoppte er seinen Rollstuhl, um die ungeheure Farbenvielfalt in sich aufnehmen zu können.
Vom zarten Weiß bis zum strahlenden Violett und zarten Rosa fanden sich alle Schattierungen. Mitten unter ihnen, die von Großvater gezüchtete Königin von Saba". Eine weiße Orchidee, die tief in ihrem Kelch in ein zartes Rosa überging und deren Blütenstab in einem tiefen Weinrot aus der Mitte herausragte.
Und da, die von ihnen gemeinsam gezüchtete "Mondblume". Eine flamingofarbene, mit vielen kleinen Blüten besetzte Rispe, die sich leicht zu bewegen schien.
Sein Auge eilte von Blüte zu Blüte, er wusste noch alle ihre Namen und wann sie zum Blühen gebracht wurden. Natürlich gab es einige, die wahrscheinlich in seiner Abwesenheit gezüchtet wurden, doch kannte er die mit vielen Preisen ausgezeichneten aus der einschlägigen Fachpresse.
Dann sah er ihn. Mitten in diesem Paradies aus Glas gab es eine Gartenbank. Halb verdeckt von einem Hibiskusstrauch mit großen Blüten, saß Großvater.
Er sah wie lebendig aus und war doch ganz aus Glas. Seine braunen Augen blickten ihn direkt an und er erschauderte. Die rechte Hand des Mannes aus Glas hielt eine Orchidee in einem durchsichtigen Glas in Augenhöhe, so als wollte er die Wurzel prüfen. Mitten in der Bewegung musste er erstarrt sein. Er hatte wie immer seine Schürze an, in der einige Gartenwerkzeuge steckten. Sie waren auch zu Glas geworden.
Es stieg heiß ihn ihm auf. Wie konnte das geschehen? Hatte er die Zeit vergessen, war er zu lange hier geblieben? Man wird es nie ergründen können.
Er rollte ganz nahe an ihn heran, berührte sein altes Gesicht mit der Hand und strich darüber. Es fühlte sich kalt, glatt und leblos an. Ein wenig zögernd stellte er die mitgebrachten Orchideen zu den anderen. Er hatte es plötzlich eilig, wieder zurück zu fahren.
Als er durch den sich öffnenden Spalt wieder seine reale Welt betrat, atmete er tief und gierig die Luft ein und fühlte sich irgendwie erleichtert. Das seltsame Schicksal des Großvaters berührte ihn sehr und er fragte sich natürlich, wie gefährlich es wirklich war, in diese fremde, unwirkliche Glaswelt einzutauchen.
In den folgenden Tagen stand er mehrmals vor der hinteren Felswand und starrte sie an. Es zog ihn hinüber, er wollte diese Welt wieder betreten, wollte sehen, ob die von ihm dort abgestellten Orchideen nun ebenfalls zu Glas geworden seien. Irgendetwas hielt ihn jedoch zurück, ließ ihn zögern.
Hörte er die leise, klirrende Musik oder gaukelte ihm nur seine Fantasie etwas vor? Kam da nicht unter der Felswand ein gläserner Trieb hervor und drehte sich suchend herum?
Wie von unsichtbarer Hand geschoben, rollte der Stuhl auf die Wand zu und er musste sich mit seiner Hand abstützen. Durch die Berührung öffnete sich der Spalt erneut und er fand sich wieder in dieser Welt aus Glas, die ihn anzog und gleichzeitig abstieß.
Wie von Geisterhand geführt, rollte er durch sie hindurch, bis er wieder vor Groß-Vater zum Stehen kam.
Es war, als wäre er lebendig, seine braunen Augen blickten wie immer listig in die Welt und doch war er völlig leblos, durchscheinend.
Er suchte mit den Blicken die gestern abgestellten Orchideen und stellte fest, dass sie inzwischen ebenfalls zu Glas mutiert waren. Es geschah sicher, als die Nacht hereinbrach und alles hier dunkel und kalt wurde.
Es schauderte ihm. Was war das für eine Welt? Er blickte auf seine Armbanduhr. Er hatte noch eine Stunde Zeit bis zum Sonnenuntergang.
Er wollte diesmal auch die andere Seite erforschen und drehte den Rollstuhl rechts herum. Da stockte ihm der Atem. Nicht weit von seinem Standort und dem des Großvaters stand mit erhobenen Händen Großmutter.
Oh, war auch sie gefangen in dieser Welt, aus der es keine Rückkehr mehr gab?
Im Gegensatz zu dem alten Mann, der ruhig und entspannt erschien, drückte sie das helle Entsetzen aus. Ihre Augen waren weit aufgerissen, ja traten ihr fast aus den Höhlen, der Mund zum stummen Schrei geöffnet und die Hände in Verzweiflung erhoben.
Der Sonnenuntergang musste sie in dieser Verfassung überrascht haben. Es musste augenscheinlich plötzlich geschehen sein, keine Zeit zu Flucht oder Rückzug vorhanden. Doch wie kam sie hier her? Sicher hatte sie das Verschwinden ihres Mannes überrascht. Vielleicht fiel ihr irgendwann die Geschichte mit den Glasblumen ein. Sie wusste aber sicher nichts über das Zeitfenster, über die Einschränkung zwischen Tag und Nacht. Das musste die Falle gewesen sein, in die sie geriet.
Er spürte, wie plötzlich Panik in ihm aufstieg. Er wollte nur raus, zurück in seine Welt. Durch die heftige Bewegung des von ihm gesteuerten Rollstuhles ausgelöst, stieß er an einen der Sträucher an und es brach einer der Äste ab.
Es war ihm als hörte er plötzliches Zischen, es lag in der Luft, doch war nicht zu eruieren, woher es kam.
Schlingpflanzen gleich, umschlangen plötzlich Triebe die beiden Räder und brachten ihn zum stehen.
Sie waren leicht gewunden, seltsam gedreht und bedeckten den Boden. Sie schienen als einzige zu leben, bewegungsfähig zu sein. Er erkannte sie; es waren diese Triebe, die ihn schon immer hinein ziehen wollten in ihre Welt.

Mit einem Ruck befreite er sich aus den Schlingen, es brachen auch einige ab. Das Zischen war noch immer zu hören. Er versuchte unter Zuhilfenahme seines Stockes diese Triebe abzuwehren und hatte teilweise Erfolg. Er kam der Fels-Wand, die das Leben bedeutete, immer näher, erreichte das Ziel mit letzter Anstrengung und konnte den Spalt gerade noch passieren, bevor das Tageslicht ganz erlosch.
Keuchend stoppte er den Rollstuhl und lehnte sich zurück. Dann griff er wieder an das Rad, um das Glashaus zu verlassen.
Mit Entsetzen stellte er fest, dass die beiden gro0en Räder bis zur Hälfte bereits aus Glas waren und ebenso seine Beine von den Knien abwärts.
"Nein!", sein Schrei verhallte ungehört. Wer sollte ihn hören?
Das Glashaus stand hinter dem Haus, angelehnt an die Felswand und umgeben von einem kleinen Wäldchen. Er bewohnte das Haus allein, nur am Morgen kam eine Haushälterin, um sich um die Belange zu kümmern.

Wie von Sinnen begann er seine "Kinder", die einzelnen Orchideen, zusammen zu raffen, tauschte sie wieder aus und nahm andere dazu.
Er hatte plötzlich nur mehr einen Wunsch, er wollte zurück in diese Glaswelt, um seine Orchideen dort einzugliedern, sie für immer zu konservieren und mitten unter ihnen für alle Ewigkeit mit ihnen verbunden zu sein.
Die ganze Nacht fuhr er wie von Furien gehetzt umher, versorgte mit letzter Kraft die restlichen Blumen, die er nicht mitnehmen konnte.
Als der Morgen langsam aufstieg, das Tageslicht sich in den Glasflächen brach, fuhr er ungeduldig zur rückwärtigen Felswand und berührte sie.
Der Spalt ging sofort auf und er rollte, ohne noch einmal zurück zu blicken, in die Welt des Glases. Er merkte gar nicht, dass sich der Spalt wieder schloss. Für ihn gab es keine Wiederkehr, er hatte sich entschlossen, gemeinsam mit seinen "Kindern" für ewig hier zu bleiben.
Als er bei der Bank ankam, auf dem Großvater saß, blieb er ruckartig stehen.
Ja, hier war sein Platz. Gemeinsam sollten sie ihre Orchideen bewachen. Er ordnete die mitgebrachten Blüten nach Farben und stellte sie zu den anderen.
Dann blickte er stundenlang in das so vertraute Gesicht und es erschien ihm, als wollte der alte Mann etwas zu ihm sagen. Doch nun, wo auch er schon alt war, erschien ihm auch das nicht mehr wichtig.
Als sich die Sonne langsam neigte und die Nacht langsam aus allen Ecken kroch, spürte er wie die Mutation bei ihm begann. Er fühlte sich kalt und bewegungslos an und wartete auf den Tod.
Doch hier irrte er entsetzlich.
Er wurde zwar zu Glas, erstarrte in seiner letzten Bewegung, doch sein Geist blieb wach, seine Gedanken rotierten weiter, alles ging ins Leere, er war Gefangener einer Hülle aus Glas.
Es wurde ihm bewusst, dass es auch den beiden anderen so ergehen musste. Sie sahen alles um sich herum, konnten denken aber nicht fühlen.
Wie lange wird es dauern, bis der Wahnsinn von seinem Geist Besitz ergreifen wird?
Langsam kroch das Entsetzen in ihm hoch. So hatte er es sich nicht vorgestellt, doch es gab keinen Weg zurück.


AUSZUG AUS DEM e-BOOK

"UNHEIMLICHE GESCHICHTEN"
von JOANA ANGELIDES

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Mittwoch, 29. Oktober 2014

MIDSOMMAR, romantisch




 MIDSOMMAR
von Joana Angelides
Bildergebnis für midsommar in schweden


Der weiträumige Garten war voller Lampions, die Stimmen unterlegt mit Musik, die aus den in den Bäumen  verteilten, versteckten Lautsprechern  kamen.

Die bunten Lampions bewegten sich leicht im Wind und ließen die Schatten tanzen. Manches Pärchen konnte man kaum ausmachen, wenn sie so an die Stämme der Bäume gedrückt, fast bewegungslos mit ihnen verschmolzen.

Das klein gehaltene Lagerfeuer in der Mitte des parkähnlichen Gartens knisterte und kleine Funken flogen in die Nacht. Es wurde von zwei eigens dafür bestellten Gärtnern bewacht und unter Kontrolle gehalten.

Es war die alljährliche Midsommar-Party der schwedischen Botschaft.

Midsommar-Nächte sind jene Nächte, die am kürzesten sind, dadurch  kann das Tageslicht am längsten genossen werden.

Leises Frauenlachen und  erregtes Flüstern heizten die Luft auf und  versetzten das eigene Ich in Schwingungen, ob man es nun wahrhaben mochte, oder nicht.

Im Zentrum des großen Parks, vor dem schön geschmückten Aufgang zur Villa  war das Buffet aufgebaut und diskrete Hilfskräfte halfen bei der Auswahl der kleinen Häppchen und Saucen, die man sich auf die Teller häufen konnte. Ebenso unauffällig gingen lächelnde Kellner mit Tabletts herum und reichten Getränke.

Die verschiedenen Gerüche und Parfüms der Damen und die herben Düfte von Holz, Zigarren und frisch geschnittenen Gräsern, die von den männlichen Besuchern ausgingen, vermischten sich zu einem aufregenden Fluidum, dem man sich nicht entziehen konnte..

Alles in allem eine Symphonie aus Lebensfreude, Spannung und Neugierde, in die man sich fallen lassen konnte ohne sich mit ihr  zu vermischen. Es tauchten hin und wieder bekannte oder unbekannte Gesichter auf, man wechselte mehr oder minder belanglose Sätze und fühlte sich doch irgendwie einsam.

Ich überlegte gerade noch, ob ich mir noch ein Glas Punsch holen, oder auf den Stufen der zum Haus führenden Treppe einfach sitzen bleiben soll, als ein hochgewachsener, mir nur flüchtig bekannter Mann vor mir stehen blieb und mir ein volles Punschglas entgegen hielt.

„Sie sehen so einsam aus, so in sich gekehrt und da dachte ich mir, ich hole sie aus ihrer Isolation heraus und bringe ihnen was zu trinken!“

Ich hob meinen Kopf und sehe in ein lächelndes, von grauem Haar umrahmtes Gesicht, mit sehr vielen Lachfalten und einem strahlenden Lächeln. Es war ein Vertrauen erweckendes Gesicht, dessen Augen einen bittenden Ausdruck hatten.

„Oh, wie haben sie das erraten? Gerade überlegte ich, ob ich mir noch was hole oder hier einfach sitzen bleibe und einfach  diese wunderbare Nacht  geniessen soll.“

Er reichte mir sehr galant seinen Arm und ich erhob mich von den Stufen. Ich mußte aber erst meine Schuhe zurecht rücken, da sie neben mir standen.
Eine alte Gewohnheit von mir, immer wenn ich unentschlossen bin, ziehe ich meine Füße aus den Schuhen und bewege meine Zehen.

Er wartete lächelnd, bis ich sie wieder angezogen hatte.

„Wollen wir nun ein wenig um das Feuer herumgehen und unsere Drinks geniessen, oder wollen sie dort zur Sitzecke gehen und die Menschen betrachten?“
Es war zwar eine Frage, doch ließ der Ton, in dem sie vorgetragen wurde, keinen Zweifel darüber, dass er  die erste Variante bevorzugte.

Ich nicke daher unbestimmt und er reichte mir  seinen Arm, ich hakte mich ein und wir gingen langsam, wie ein längst vertrautes Paar in sicherer Entfernung um das Feuer herum.

„Alex, ich heiße Alex Lindström“, dabei lächelte er mich erwartungsvoll an.

„Melanie, einfach Melanie“, sagte ich und nahm mir die Freiheit es dabei zu belassen. Frauen dürfen ihre Identität  ein wenig länger als Männer für sich  bewahren.

Er nahm es mit einem amüsierten Lächeln zur Kenntnis und wir prosteten uns zu.

„Ich finde, dass ihnen der flackernde Feuerschein gut zu Gesicht steht. Es macht es sehr lebendig und man kann den Flaum bei ihrem Haaransatz glühen sehen.“, dabei strich er mit einer Hand wie selbstverständlich mein Haar aus der Stirne zurück.

Es war eine sehr vertrauliche Geste und ich spürte, wie mir das Blut in den Kopf stieg. Es war gut, dass das Feuer meine aufsteigende Röte verdeckte, sie wäre verräterisch gewesen!

Wieso konnte er mich so beeindrucken? Ich blickte schräg nach oben und sah sein Profil sich  gegen das Feuer  abzuzeichnen. Er sah unglaublich männlich und auch ein wenig geheimnisvoll aus.
Ich stellte mir vor, er würde mich einfach in den Arm nehmen und mich leidenschaftlich küssen. Der Gedanke gefiel mir.
Was wäre wenn er mich einfach aufheben, mich neben dem Feuer auf die Erde legen und alle Knöpfe meines Kleides öffnen würde?
Mir stieg das Blut in den Kopf, meine Finger wurden eiskalt und meine Beine schwach als wollten sie nachgeben,  alleine bei dem Gedanken daran.
In meiner Vorstellung waren wir  plötzlich ganz alleine im Garten, die anderen Gäste verschwunden und die Lampions dämpften ihr Licht.
Ich spürte seine Lippen überall auf meiner Haut, seine Lippen hinterließen auf meiner Haut kleine  Blasen als würden glühende Holzstückchen aus dem Feuer herüber springen.
Ich hörte ihn leidenschaftlich flüstern, spürte  seinen Atem meinen Nacken streifen und  seine Hände langsam meinen Körper entlang streichen. Jede Berührung erzeugt Ströme von Empfindungen, ließ meinen Körper beben. Erinnerungen tauchten aus der Tiefe meiner Seele auf und entzündeten längst vergessen geglaubte Sehnsüchte und brachten mein Inneres zum glühen.

Plötzlich war er mir nicht mehr fremd, es war als würde ich mit ihm verschmelzen und eins werden.
Irgendwann wurden wir Bestandteil des Midsommar-Feuers  und lodernden mit ihm gemeinsam  in den Himmel.


Als würde er meine Blicke spüren, dreht er den Kopf zu mir und lächelte.

„Welche Gedanken könnte ich hinter dieser schönen Stirne finden, wenn ich sie lesen könnte?“
Verlegen senkte ich meinen Blick, befürchtete, dass er meine geheimen Fantasien darin lesen könnte.

Was war nur an ihm, dass er solche Gedanken und Wünsche in mir wecken konnte? 

„Das  Feuer spiegelt sich in ihren Pupillen, es ist als würde es auch in ihnen lodern.
Skol,  kleine Frau, sie trinken ja fast gar nichts, wie wollen sie denn da in Stimmung kommen?“

Wenn er wüßte, mit welchen Fantasien sich mein Innerstes beschäftigte!
Ganz allmählich nahm ich auch wieder die anderen Gäste wahr und  mein Blut begann langsam in ruhigeren Bahnen zu fließen.

„Ich genieße diesen wunderbaren Abend und auch ihre Gesellschaft“, sprach ich und lockerte etwas meinen Griff auf seinem Unterarm.

„Schade, es war ein wunderbares Gefühl, als sie sich so fest an mich klammerten, als würden sie Angst haben, ich verliere sie in diesem großen Garten“.
Irrte ich, oder war sein Blick mit einem Male aufmerksamer und intensiver auf mein Gesicht gerichtet?
Unwillkürlich verstärkte ich den Druck wieder und es trug mir ein sehr intensives Lächeln meines Begleiters ein.

„Ohja, halten sie sich fest, denn ich bin sehr glücklich sie hier gefunden zu haben und will sie nicht wieder im Gewühl verlieren.“

Wir entdeckten noch den einen oder anderen Stern am Nachthimmel, der uns zuwinkte, tranken noch das eine oder andere Glas Punsch und ahnten, dass diese kurze Nacht doch noch real zu einer langen Nacht werden wird.



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von JOANA ANGELIDES

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Schwert und Scheide,



Schwert und Scheide 
von Joana Angelides


Ich liebe es, wenn du mir ins Ohr flüsterst, wie ich dich errege! Deine Zunge langsam kreist und du sporadisch immer wieder in mein Ohrläppchen beisst! Gleichzeitig deine Handflächen an meinem Oberkörper langsam nach unten streifen und die Daumen sich dann tief in meinen weichen Bauch graben. Da spüre ich erst, w i e  erregt du bist.

Wenn deine Zunge dann langsam den Hals entlang in meinem Grübchen unter dem Kehlkopf  landet und dort kreist, beginne ich zu schlucken.
Wenn diese Zunge, feucht und rauh, wie sie ist, langsam ihren Weg fortsetzt und zwischen meinen Brüsten vibriert, hebt sich mein Bäuchlein vor Lust ein wenig und drückt sich gegen  deine gespannte Bauchdecke.
Ganz automatisch und voller Verlangen öffnet sich das Tor, das von zwei weichen, zitternden Schenkeln begrenzt wird und erwartet dein Schwert.
Was ist eine Scheide eigentlich ohne Schwert? Ohne dieses scharfe, gespannte metallharte Schwert, das eindringen will.

In meiner gespannten Lust und Gier nach Erfüllung verschmelzen oft Wirklichkeit mit Fantasie und Vorstellungen um das Schwert nehmen Gestalt an.
Excalibur, getaucht in Feuer und Glut, füllt dann die für ihn geschaffene Scheide bis in den hintersten Winkel aus, bohrt sich tief hinein.

Was fühlen ein Schwert und der, der es führt, wenn es sich,  kampferprobt und dynamisch,  in rotes zitterndes  Fleisch bohrt? Triumph und Lust? Sich tief und tiefer fressend in diese weiche, pulsierende Leben stoßend erlebt es sicher die Bestimmung seines Daseins! 

Diese Gedanken überfallen mich, wenn ich diese Kraft und diese Dynamik beim Eindringen spüre und vor Genugtuung und Lust aufstöhne!

In diesen Augenblicken bin ich das Feld, das sich dem tobenden Kampf ausliefert, bereit zur Aufnahme der verströmenden Gefühle, akzeptiere den Tod, der den Körper jedesmal erfasst, ihn zitternd verbluten lässt.

Die Scheide schlußendlich umfasst das Schwert und ihre Wände fühlen die Reibung und das Feuer der Begegnung. Die Hülle schmiegt sich an, streichelt die scharfe Klinge, und spürt den Genuß. Der Körper wird zur Scheide, wird fast verrückt, zuckt und spürt diesen süßen Schmerz.

Genüßlich wird das Schwert immer wieder hinausgefahren und auch immer wieder versenkt, bis sich die Körper winden und strecken, Zungen sich verschlungen umkreisen.

Im Gegensatz allerdings zum echten Schwert, dass in der Scheide liegt und drauf wartet, unmittelbar gezogen zu werden, sich im Kampf bewähren darf,  wird dein Schwert in mir unruhig, spürt das pulsierende Leben, das leise Zucken meines lustvollen Körpers und kann nur eine kleine Zeitspanne seine Ruhe bewahren!


Alleine der Gedanke an diese Begegnungen treibt mir den Schweiß auf die Stirne, läßt meinen Atem fliegen und tausende Raketen in meinem Kopf explodieren.




AUSZUG AUS DEM e-Book

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Eroberung im Sturm, Erotik



Eroberung im Sturm
von Joana Angelides

Susanne freute sich schon auf den Besuch ihrer Freundin Melanie. Sie hatten sich schon sehr lange nicht gesehen. Seit Susanne geheiratet hat, lebte sie in einer anderen Stadt und sie telefonieren mehr, als sie sich sehen können.
Susanne seufzt. Wie glücklich sie doch war, damals in den ersten Jahren ihrer Ehe. Paul war ein sehr zärtlicher Ehemann, liebte sie und begehrte sie.
Er betonte immer, wie er ihre schlanke, aber doch sehr frauliche Figur mit den ausgeprägten Brüsten und ihren etwas betonter Hüftlinie liebe. Er berührte sie gerne und die Abende und Nächte waren sehr reizvoll und erfüllend.
Doch im Laufe der Jahre wurde alles zur Selbstverständlichkeit und die gewohnte Entspannung und Befriedigung stellte sich immer seltener ein. Susanne lag oft wach, horchte dem ruhigen Atem ihres Mannes nach und sehnte sich nach Berührung und Befriedigung.
Ihre zaghaften Berührungen stießen selten auf Reaktionen. Ihre Begegnungen wurden immer seltener und kürzer.
Eine attraktive Frau wie Susanne, mit ihren langen dunklen Haaren, den verträumten Augen und der ausgeprägt fraulichen Figur, bekam natürlich immer wieder Angebote, war Ziel von begehrlichen Männeraugen.
Doch sie wollte eigentlich nur immer von ihrem Mann begehrt werden. Langsam resignierte sie.
Sie blickte in den Spiegel. Wie sah sie denn heute aus?
Gut sah sie aus, fand sie selbst und lächelte ihr Spiegelbild an. Sie hatte eine geblümte Bluse mit tiefem Ausschnitt, der ihren üppigen Brustansatz betonte. In der Taille eng und ihre Hüften betonend. Der rostbraune, längere Rock fiel leicht um ihre Hüften und am Po hinunter und lief glockig aus. Man konnte die schwarzen hochhackigen Stiefel gerade noch sehen. Die langen, glatten Haare fielen ihr über die Schultern auf den Rücken und waren ein schöner klassischer Rahmen für ihr Gesicht. Alles in allem, eine attraktive Anfangsvierzigerin mit einem ovalen, schön geformten Gesicht.
In diesem Moment fuhr das Taxi vor und ihre Freundin stieg aus. Der junge Mann in ihrer Begleitung war wohl Joachim, der Sohn ihrer Freundin, den sie das letzte Mal gesehen hatte, als er zehn war.
Es schien ihr fast unglaublich, wie sich der junge Mann entwickelt hatte, er mußte 1,90 m groß sein, hatte eine durchtrainierte, schlanke Figur, seine Bewegungen waren ausgewogen und hatten etwas von einer Wildkatze an sich. Die Haare waren tiefschwarz, kurz geschnitten und sehr dicht.
Susanne stand am Balkon ihrer Wohnung und rief freudig ein Willkommen hinunter.
Beide, Mutter und Sohn blickten nun zu ihr empor und winkten ihr zu.
Sein Blick traf sie wie ein Blitz. Was war los, wieso ließ sie dieser Blick erschauern? Das war doch lächerlich, sie könnte seine Mutter sein.
Der Abend verlief harmonisch, die beiden Frauen hatten sich eine Menge zu erzählen. Joachim beteiligte sich an der Unterhaltung nur spärlich, warf hin und wieder einen Satz ein. In der übrigen Zeit sah er Susanne mit seinen aufmerksamen Augen unverwandt an, sodass sie unruhig wurde.
Im Laufe des Abends stellte sich heraus, dass Melanie nicht bleiben konnte, da sie eine dringende geschäftliche Angelegenheit erledigen mußte und bat Susanne, Joachim für einige Tage bei sich aufzunehmen.
Sie einigten sich darauf, dass Susanne mit ihm einige Ausflüge in die nähere Umgebung machen wird und sie auch ein wenig die nahe Stadt erkunden werden.
Sie hatten viel Spaß miteinander, Joachim entpuppte sich als sehr humorvoll und zuvorkommend.
Den Ausflug in die nahe Stadt hatten sie sich für den letzten Abend vorgenommen
Susanne wollte zwei Einbettzimmer im voraus telefonisch bestellen, doch war das nicht so einfach. Die Mittelklassehotels waren alle ausgebucht und die anderen Hotels, die in Frage kamen, waren sehr teuer.
Sie konnte aber dann doch noch in einem ihr bekannten Hotel zwei Zimmer bekommen und dem Ausflug in die Stadt stand kein Hindernis mehr im Wege.
Nachdem sie einige Sehenswürdigkeiten hinter sich und auch zu Mittag gegessen hatten, schlenderten sie nur mehr auf der Promenade dahin und besuchten zuletzt eine Diskothek. Es war der ausdrückliche Wunsch Joachims, den sie letztlich dann akzeptierte. Ihr Einwand, dass sie nun doch aus diesem Alter heraus sei, wischte er mit einem Lachen und einen kleinen Kuss auf ihre Wangen weg.
"Wer? Du? Du bist jünger als so manches Mädchen in meinem Alter!", Sagt er lachend. "Und wesentlich hübscher auch noch dazu!"
Dieser Satz trieb ihr ein wenig Röte ins Gesicht, was sie sehr wütend machte.
Und nun waren sie in diesem Hotelzimmer, das zu allem Überfluß auch noch dazu ein Doppelbett, hatte. Ihre Reklamation nützte nichts, es gab kein anderes Zimmer. Die beiden bestellten Einzelzimmer wurden irrtümlich vergeben.
Sie stand nun im Badezimmer vor dem Spiegel und betrachtete sich eingehend. Eigentlich war sie aus dem Alter heraus, sich von einem achtzehnjährigen Teenager den Hof machen zu lassen, aber gefallen hatte es ihr schon, mußte sie lächelnd zugeben.
Doch wenn sie gewußt hätte, daß sie mit Joachim ein Zimmer teilen mußte und das auch noch in einem Doppelbett, sie hätte sie sich zumindest einen Pyjama mitgenommen, hochgeschlossen und mit langen Ärmel.
Das rote Seidennachthemd, welches sie eingepackt hatte, hatte an beiden Seiten einen langen Schlitz der bis zum Ende des jeweiligen Beines offen war. Es umspielte ihren Körper und ließ die Konturen mehr als nur erahnen.
Sie hatte eigentlich keine anderen Nachthemden, sie liebte Seide und liebte es auch, aufreizende Dessous zu tragen.
Susanne spürte seine Blicke, als sie das Badezimmer verließ. Sie wußte, dass das Licht des Badezimmers im Rücken hindurch schien und ihre Beine bis hinauf zur Scham zeigten.
Er lag auf dem Bett, nur zugedeckt mit einer leichten, dünnen Decke und hatte den Kopf auf die linke Hand aufgestützt. Er sah sie voll an und seine Augen schienen im Halbdunkel des Zimmers zu brennen. Das Licht der Lampe auf dem Nachtkästchen warf ihren Schatten auf seine Augen und ließ seinen Mund, der ein wenig geöffnet schien, in vollem Licht erscheinen.
Susanne spürte, wie die Luft plötzlich zu knistern begann, sie spürte unsichtbare Funken auf ihrer Haut sich entzünden, es war ihr, als würde sie brennen, ohne dass es schmerzte.
Dieser Blick aus seinen großen dunklen Augen unter dem schwarzen, kurzgeschnittenen Schopf der seine Stirn krönte, erinnerte sie plötzlich an Paul, als sie noch verliebt waren und solche Stunden in eine leidenschaftliche Begegnung umwandelten. Sie waren nachher atemlos und erschöpft nebeneinander eingeschlafen. Doch das war sehr lange her.
Sie löschte das Licht im Badezimmer nicht. Es drang in das Zimmer als langer, schmaler Streifen ein und sie stellte ihn sich als Pfeil in ein unbekanntes Abenteuer vor.
Sie mußte Lächeln. Die Anwesenheit eines so jungen, vom Leben noch unverbildeten jungen Menschen löste scheinbar bei ihr verkrustete Empfindungen aus früheren Zeiten aus.
Langsam sich ihrer Wirkung bewußt, ging sie auf das Bett zu und setzte sich mit angezogenen Beinen auf die Decke. Sie schlang ihre Arme um ihre Knie und blickte ihn an.
Seit Susanne das Badezimmer verlassen hatte, fiel zwischen ihnen beiden kein einziges Wort. Die Stille war fühlbar.
Das halb abgedeckte Licht der Nachttischlampe, traf nun auch auf sie.
Dadurch, dass sie aufrecht saß, bedeckte der Schatten ihr ganzes Gesicht und endete als halbrunder Kreis genau über ihren Brüsten.
Das Rot der unregelmäßigen Spitzen am Ausschnitt des Nachthemdes hoben und senkten sich wie kleine lodernde Flammen, bewegt durch ihren nun unregelmäßigen, fliegenden Atem.
Langsam bewegte sie ihre Zehen wie zufällig und spürte, wie seine Blicke genau darauf fixiert waren und nun langsam entlang ihren Beinen nach oben glitten. Sein Blick blieb an der Falte in der Beuge ihrer Beine eine Weile haften, dann glitt er langsam nach oben und verweilte an ihren üppigen Brüsten.
Durch die rote Spitze hindurch schimmerten rosa ihre Brustspitzen, zwischen denen nun sein Blick hin und her wanderte.
Nun schien er doch ein wenig aus dem Gleichgewicht zu kommen. Seine Zunge befeuchtete die Oberlippe und seine großen dunklen Augen hefteten sich fest an ihr Gesicht, als wollten sie sich da festhalten.
Als sich ihrer beiden Blicke begegneten fühlte sie sich ihm wie ausgeliefert, mit Ketten an ein Bett gefesselt.
Obwohl er sich nicht bewegte, hatte sie den Eindruck, er streife ihr das Nachthemd hinunter und in diesem Augenblick fühlte sie sich total nackt.
Schon während des ganzen Tages, im Café und auch beim Einkaufsbummel bemerkte sie seine Blicke, wich ihnen aus, obwohl sie mehrmals errötete. Er quittierte es jedesmal mit einem kleinen Lächeln.
Mit seiner freien rechten Hand schob er nun plötzlich die Decke weg und lag vollkommen nackt vor ihr. Er war erregt und diese Tatsache verdeutlichte sich an seinem erigierten Penis.
Susanne fühlte sich ertappt, als hätte er ihre Gedanken gelesen.
"Komm, ich will dich!" Seine Stimme war ruhig, allerdings dunkel vor Erregung. Er streckte seine rechte Hand nach ihr aus und wie von unbekannter Macht getrieben stand sie auf und setzte sich auf sein Bett.
Sein ganzes Verhalten war von verhaltener Erotik. Trotz seiner achtzehn Jahre war er keinesfalls unerfahren, er wußte was er wollte und worauf es ankam.
"Aber.......", sie wußte plötzlich nicht mehr, was sie einwenden wollte oder sollte.
Er ließ ihr auch keine Zeit für Überlegungen, hatte sie schon an den Armen ergriffen und zog sie langsam zu sich hinunter.
Er selbst lag nun auf dem Rücken, seine Augen hielten sie fest und dann trafen sich ihre Lippen. Es war wie ein Blitz, der von ihrem Scheitel bis zur Fußsohle durch sie hindurch fuhr.
Sie lag nun auf ihm und durch die dünne Seide hindurch spürte sie, wie sein Penis pochte, seine Erregung stieg.
Sie löste sich von seinen Lippen und richtete sich auf. Nun saß sie rücklings auf seinen jugendlich durchtrainierten Schenkeln und blickte auf ihn herab. Seine Hände fuhren langsam an ihren Beinen hinauf und verschwanden unter ihrem Nachthemd. Sie spürte die Wärme seiner Hände, die trotz seiner Jugend sehr wissend zu sein schienen. Sie fuhren hin und her und blieben dann in ihrer Beuge liegen. Er übte einen leichten Druck aus und hob ein wenig sein Becken.
"Zieh das aus!" Er deute mit seinem Kopf auf ihr Hemd.
Magisch beeinflußt von der Selbstverständlichkeit, wie er sie behandelte, zog sie das Hemd über ihren Kopf.
Sie spürte den Widerstand den ihre Brustspitzen auslösten, als der Stoff darüber glitt und er verursachte ein heftiges Gefühl in ihren Lenden.
Sie beugte sich nun über ihn, öffnete ihre Beine und schwebte einen Moment über seinem Penis, bevor sie sich langsam auf ihn senkte.
Sie ließ ihn aber nur einige Zentimeter eindringen, hob ihr Becken wieder und verweilte einige Sekunden genau auf seiner Spitze.
Seine Augen waren geschlossen, seine Zunge benetzte wieder seine Oberlippe und sein Atem wurde schneller.
Sie kreiste langsam mit dem Becken und senkte sich dann wieder über ihm.
Nun faßte er sie wieder an den Hüften, als wollte er sie daran hindern, sich wieder zurück zu ziehen.
Sie spürte, wie ihr ganzer Körper in den Zustand eines Vulkans kam, sich der Ausbruch der Lava im Hintergrund ankündigte.
Wie von unbekannten Wesen gehetzt, durch düstere Welten getrieben und auf ungeahnte Höhen, auf dem Rücken eines ausgebrochenen Hengstes sitzend, gejagt, begann sie ihn plötzlich zu reiten. Unbarmherzig, sein Stöhnen und Flüstern mißachtend. Seine Hände krallten sich in das Laken, sein Kopf hob und senkte sich, als wollte er fliehen. Doch er war gefangen, gehalten von den starken Schenkeln seiner Reiterin.
Sein Stöhnen klang wie das Keuchen eines aus der Koppel ausgebrochenen und von einer Meute verfolgten, Pferdes. Es schien als würden seine Lenden bluten, seine Mähne flog und sein Körper war schweißgebadet.
Sie spürte das Aufsteigen der sich ankündigten Entladung. Sie begann zu glühen, ihre Muskeln begannen zu vibrieren und sich zu versteifen. Sie verspürte jeden Stoß in ihrem Inneren, an den sich im Krampf bewegenden Seitenwänden ihrer Vagina, dem einen Punkt, der sie immer wieder zum Wahnsinn trieb.
Als der unter ihr liegende, glühende, zitternde Körper sich ebenfalls zu versteifen begann, sich die Explosion ankündigte, geschah es auch in ihrem Körper zu erzittern, sie warf den Kopf zurück, ihre Hände krallten sich in die seinen und ihrer beider Höhepunkt entlud sich gleichzeitig.
Es war einer jener Höhepunkte, bei denen man denkt, man selbst ist ein Lichtbogen zwischen zwei Punkten in einem Hochspannungswerk
Solche Höhepunkte, die den Körper mit unglaublicher Wucht treffen, ihn haltlos werden lassen und hin und her werfen, sind es dann aber auch, die einen fast den Verstand rauben.
Sie fiel über ihm zusammen, spürte seine Vibrationen, das Nachklingen in ihrem Körper und war unglaublich glücklich. Nur eben glücklich, gelöst und in einem wunderbaren erschöpften Zustand.
Sie spürte seine etwas zittrige Hand in ihrem langen Haar, wie sie langsam auf und ab fuhr, ihre Kopfhaut mit den Fingerspitzen massierte.
Das Licht der Nachttischlampe lag auf ihren Körpern, nur die Gesichter lagen im Halbdunkel.


                                                                  *******

Als Melanie am nächsten Tag wieder kam um ihren Sohn abzuholen, ging alles sehr schnell und die beiden hatten nur wenige Augenblicke um sich zu verabschieden.
Sie blickten sich an und in ihren Augen war ein kleines Feuer, tief drinnen, das brannte.
Sie lächelten sich an und plötzlich war die vergangene Nacht zur unvermeidlichen Selbstverständlichkeit geworden. Sie werden sie bewahren.



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