Mittwoch, 17. Dezember 2014

Prominente als Engel



Prominente als Engel
von Joana Angelides

Hat sich schon jemand Gedanken darüber gemacht, ob Märchenfiguren auch einmal alt werden, dann sterben und in den Himmel kommen?

Nehmen wir einmal Schneewittchen und die sieben Zwerge.

Die  Zwerge sollen ja unsterblich sein. Was noch zu erforschen wäre.
Aber Schneewittchen?
Man hat auch noch nichts darüber gehört, ob es im  Himmel denn auch Zwerge gibt?

Vielleicht liegt es daran, dass keiner genau weiß, was Schneewittchen denn mit  s i e b e n  Zwergen so gemacht hat. Naja.....

Steht da nicht in dem Märchenbuch:
Der Prinz nahm Schneewittchen zur Frau, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
Nehmen wir einmal an, Schneewittchen, inzwischen weißhaarig und gebückt, geht in den Himmel ein.

Wenn Prominente sterben, und Schneewittchen ist ja schließlich prominent,  dann werden sie sicher auch im Himmel bevorzugt behandelt.  Es ist überall das gleiche, man hat so seine Erfahrungen.

Wenn sie in den Himmel kommen!

Doch wenn sie es schaffen, dann funktionieren diese Lobbies sicher im Himmel auch, mit  gegenseitigen Hilfestellungen und Mauer machen.

Manche kennen da einen Engel aus dem Club, oder aus Lech, oder Ibiza, der schon oben ist. Der tauscht dann das übervolle Sündenregister gegen ein nur wenig beschriebenes  Blatt, fast blütenrein und halbwegs sauber, aus. Man muss ja alles relativ betrachten und so kleine Sünden.......

Die bekommen dann eine Wohn-Wolke im Zentrum, oder in besonders günstiger und schöner Lage (z.B. in höher gelegenen Sphären, wo die Harfenmusik nicht so stört), werden reserviert und die „Freunde“ werden dorthin bugsiert. Man ist ja im Himmel fast schwerelos.
Wozu sind  schließlich solche Verbindungen da?
In aller Unschuld, man will ja schließlich unter sich bleiben, Engel hin oder her!


Mit Schneewittchen wird es da so seine Schwierigkeiten geben, Braucht sie nun eine Appartement-Wolke für sich und den Prinzen und einige Wolken für die Zwerge, falls sie doch noch  kommen?
Denn, ein Schneewittchen ohne Zwerge ist ja kein Schneewittchen, Oder doch?



Petrus sieht da gefließentlich weg, er ist ja auch nicht mehr der Jüngste und froh, wenn ihm Arbeiten abgenommen werden.

Also, ich beteilige mich an  so was ja  nicht!  Liegt vielleicht auch daran, dass ich nie prominent war, keine Prominenten persönlich kenne und auch keine Märchenfigur.

Das heißt,  eine Märchenfigur hatte ich schon, naja  als Model das ich damals war! Und einige Prominente kannte ich auch, (nicht offiziell natürlich), naja mit der Figur!!! Waren mir trotzdem teure Freunde,  je nach gemeinsamen Neigungen.
Ich war immer willig, aber natürlich nicht billig.


Sie hätten meine Muskeln sehen sollen, aber alles andere war auch ganz schön knackig! Und erst mein markantes Profil!

Ich kannte Gott und die Welt. Ohje der  Ausdruck ist nicht sehr passend! Gott kannte ich nur vom hören und sagen, kenne ich heute noch nicht persönlich. Man kommt so schwer an ihn ran.

Als ich so vor dem Himmelstore stand  konnte mir nicht vorstellen, dass alle meine Freunde auch da sein werden.  In der Hölle wäre das was anderes, dachte ich mir. Ich bin sicher, der eine oder andere wird schon dort sein.

Aber einige habe ich auch hier getroffen, unschuldig blickend, in weißen Gewändern. Sie blickten einfach durch mich hindurch. Als würden sie mich nicht kennen. Typisch, aber ich werde es mir merken. Werde mich dran erinnern, wenn es zur nächsten Kleiderausgabe kommt.

Irgendwie muss sich der kleine Mann, äh, Engel, ja auch wehren. 


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IRGENDWO IN INDIEN, Satire



IRGENDWO IN INDIEN
von Joana Angelides

Engel: „Hallo hört mich da oben jemand?“

Erzengel Michael: „Ja, Engerl, was ist denn? Du sollst eine Kirche bauen und nicht dauernd mit mir telefonieren!“

Engerl: „Ich weiß nicht, wie ihr euch  da oben das vorstellt. Wir Engel haben es schon sehr schwer! Da habe ich einen Bau-Plan, der muss noch aus der Zeit vor Christi-Geburt stammen!“

Erzengel Michael: „Hältst du ihn  auch richtig? Dreh ihn einmal nach rechts, oder links.“

Engerl: „Hier, da wo ich jetzt stehe, soll ich eine Kirche bauen? Bin ich Petrus?
Da stehen ein Multiplex-Kino und ein Einkaufszentrum. Am Plan ist das ein großer leerer Platz.
Vielleicht bin ich aber auch in der falschen Stadt?“

Erzengel Michael: „Nein, nein, Du bist schon richtig. Versuche mit dem Bürgermeister in Kontakt zu treten, vielleicht macht er Platz für die Kirche?“

Engerl: „Der Bürgermeister wird sich schön bedanken, wenn ich da was abreißen lassen will. Außerdem gibt’s ja eh´ eine Menge Kirchen in der Umgebung, die sowieso nicht voll sind. Also, wozu brauchen die dann eine Neue?“

Erzengel Michael: „Du sollst nicht kritisieren, sondern Deine Aufgabe erfüllen!“

Engerl: „Manchmal seid ihr  da oben schon sehr schrullig und die Organisation lässt zu wünschen übrig.“

Erzengel Michael: „Man kann solche heiligen Missionen nicht hinterfragen, nur gehorchen!“

Engerl: „Von wegen! Da wurde ich doch vor  einigen Jahren völlig unüberlegt nach Indien geschickt. Engel kann man ja hin und her schicken, wir haben ja keine sehr starke Standesvertretung, sprich Gewerkschaft. Die stecken scheinbar mit dem Chef unter einer Decke, äh  Wolke!“

Erzengel Michael: „Gib Acht, was Du da sagst, Du sprichst über den Herrn!“

Engerl: „Naja, weil’s wahr ist! Also, wo waren wir? Ahja in Indien!
Wo man hinblickte Hindu! Da stand nur ein einzelner Mann, ich glaube Untergruppe Franziskaner, der sollte nun Alle missionieren.

Der wusste gar nicht wo er anfangen soll! Rückfrage im Himmel anlässlich  seines Abendgebetes ergab, Schritt für Schritt, nichts übereilen.“

Erzengel Michael: „Na siehst Du, der hat den Weg eingehalten!“

Engerl: „Und was habt ihr da oben gemacht? Zuerst einmal schicktet ihr mich zur Unterstützung, weil ich Erfahrung habe beim missionieren.  Dachte man damals! Nur weil es  mir einst gelungen ist, eine einsame ältere Frau dazu zu bringen in einer verlassenen Fabrik eine kleine Notküche für  Bedürftige einzurichten. Ich glaube sie hieß Mutter Theresa.
Es waren aber einige kleinere Albträume aus dem Archiv nötig und dann ein silberner Traum mit Engel, die sie im Himmel belohnen. Hat immerhin  sechs Monate gebraucht, dann war sie so weit.“

Erzengel Michael: „Na also, war ja positiv!“

Engerl: „Alles relativ. Sie hat gekocht und alle sind gekommen! Sie wurden alle bekehrt und beteten täglich vor der Essensausgabe. Ohne Essen hätte das allerdings nicht funktioniert. Das nennt man glaube ich, Nötigung.
Naja, irgendwas muss man schon bieten!“

Erzengel Michael: „Höre ich da Sarkasmus heraus?“

Engerl: „Gleich als wir ankamen hat nun der Franziskaner dort im tiefsten Indien begonnen, einen Brunnenschacht zu graben. Denn ohne Bewässerung geht gar nichts. Ich konnte ihm ja nicht helfen, bin ja nur ein Engel. Aber ich habe zu Mittag, wenn die  Sonne am höchsten stand, die Wolken hin und her geschoben und ihm ein wenig Schatten gebracht.

Erzengel Michael: „Das war ja sehr hilfreich von Dir.“

Engerl: „Da sind dann doch einige der Bauern aus der Umgebung gekommen und haben erstaunt geschaut. Aus Mitleid und weil sie ja nichts zu tun haben, so ohne Wasser und in großer Hitze, haben sie ihm dann geholfen.“

Erzengel Michael: „Na siehst Du, gutes Beispiel wirkt immer.“

Engerl: „Es hat funktioniert und das Wasser konnte aus der Tiefe heraufgeholt werden. Wir feierten einige Tage durch. Dann wurden Kohl und  diverses Gemüse angebaut. In der  Wartezeit auf die Ernte zimmerten sie sogar eine kleine Kirche  und hörten dem Pfarrer zu, was er ihnen so alles aus der Bibel vorlas. Ich war tief befriedigt, es ist mir doch tatsächlich gelungen, eine Kirche  bauen zu helfen, sogar mitten in Indien!“

Erzengel Michael: „Der Himmel hat es Dir gedankt, kleines Engerl!“

Engerl: „Sie bekamen Medikamente und kleine Kreuze, ließen sich taufen und sangen die Kirchenlieder mit großer Begeisterung. Sie schwörten ihrer alten Religion ab und die Kinder bekamen christliche Namen, die ihnen der Pfarrer zwar vorsagte, die sie aber trotzdem schwer aussprechen konnten.“

Erzengel Michael: „Sie werden alle ins Paradies eingehen, Amen!“


Engerl: „Die Ernte stand bevor, das täglich gegossene Gemüse war eine Pracht! Der Kohl lag dunkelgrün und saftig in den Krumen, auch das andere Gemüse war bereits reif.
Die Einwohner kamen täglich zu dem Feld um den Erfolg zu bestaunen.“


Erzengel Michael: „Sie werden Gott gepriesen haben, Halleluja!“

Engerl: „Dann kamen die Anderen. Nämlich die Rinder, Kühe und Bullen aus der ganzen Umgebung und begannen langsam und genüsslich den Kohl und das Gemüse zu fressen. Es war ein selten gewordenes Festmahl für sie.
Fassungslos stand der Pfarrer am Rande des Feldes, einen Holzknüppel schwingend,  und musste zusehen, wie die zu „Christen“ missionierten Brüder und Schwestern sich schützend vor das liebe Vieh stellten, weil es ihnen schließlich ja heilig war, Christentum hin oder her.“

Erzengel Michael: „Schrecklich! Konntest Du da gar nichts tun?“

Engerl: „Nein, denn sie hatten sich sowieso gewundert, wieso in den Geschichten, die der  Pfarrer vorlas, so wenig von den heiligen Kühen die Rede war. Nur einmal wurde von  einem goldenen Kalb geredet und eine Kuh in einem Stall in Bethlehem erwähnt. Und nun waren sie endlich leibhaftig da!“

Erzengel Michael: „Na das war ja eine riesige Blamage!!!“

Engerl: „Ja, irgendwas lief da schief, doch mich trifft keine Schuld, ich habe meinen Auftrag erfüllt, die Kirche steht, dort irgendwo in Indien!“


Erzengel Michael: „Komm einmal zurück, wir werden den Plan überprüfen und vielleicht einen anderen Platz für eine Kirche finden! Vielleicht in der Sahara oder so, da ist ja Platz genug!“



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SCHWARZE BLUMEN, vampirig



Schwarze Blumen

von Joana Angelides



Seit einigen Tagen stand er abends immer auf der anderen Straßenseite und schaute zu ihr hinüber.

Sie besaß einen Blumenstand an der Ecke beim Krankenhaus, den sie immer erst nachmittags aufmachte, weil da die Besucher an ihr vorbei strömten und viele einen kleinen Blumengruß mitnahmen.

Seit einigen Tagen, immer wenn es dunkel wurde, sah sie ihn vom Ende der Straße langsam herbeischlendern.

Er hatte noch nie Blumen bei ihr gekauft, das würde auch so gar nicht zu ihm passen, stellte sie für sich fest. Er war groß und hager, hatte einen schwarzen Hut tief ins Gesicht gezogen und einen langen schwarzen Mantel an. Er lehnte sich an die Straßenlaterne und zündete sich jedes Mal eine Zigarette an. Nach einer Weile und nach drei Zigaretten, die er immer mit dem linken Fuß am Boden auslöschte ging er einfach wieder.
 
Auch heute stand er wieder da und hielt eine Zigarette in der Hand. Welche war es nur? Die zweite oder die dritte?

Sie wurde von zwei Kunden abgelenkt, die Blumen für Patienten im Spital kauften und als sie wieder hinüber sah, war er weg.

Die Straßenbeleuchtung warf ein ringförmiges Licht auf den gegenüberliegenden Gehsteig, doch der war leer.


Er war wieder einfach gegangen. Doch sie spürte seinen Blick aus diesen dunklen, traurigen Augen, die ein geheimnisvolles Feuer zu haben schienen, noch immer.

Es war heute schon spät, es wird sicher kein Besucher mehr für das Krankenhaus kommen.
Sie begann nun den Stand abzubauen und die Blumen auf die Ladefläche des kleinen Wagens zu legen. Da sah sie sie. Es war eine schwarze Rose, sie lag einfach da.

Sie nahm sie in die Hand und ein betörender, schwerer Geruch stieg empor.
Sie konnte sich gar nicht erinnern, dass sie auch schwarze Rosen mitgekauft hätte, hatte solche Rosen noch nie gesehen.

Sie fuhr nach Hause, sie war müde und es graute ihr vor der leeren Wohnung. Sie lebte alleine, hatte früher einmal einen Partner und eine Katze, doch die waren beide  irgendwann aus ihrem Leben verschwunden.

Sie fuhr den Wagen in die Garage und schloss das Garagentor von innen und wollte gerade zum Aufgang in das Stiegenhaus gehen als sie ihn sah. Er stand da, eine schwarze Blume in der Hand und lächelte. Er hatte den Hut abgenommen und sie konnte sein Gesicht sehen. Es war ein blasses, längliches Gesicht mit zwei dunklen brennenden Augen, tief in den Höhlen liegend. Sie wollte schreien.
Doch er verbeugte sich und trat auf sie zu.
 
„Bitte haben sie keine Angst, ich möchte ihnen nichts tun, ich will ein Freund sein. Wußte nicht, wie ich sie ansprechen soll, getraute mich einfach nicht“
Er streckte seine Hand vor und überreichte ihr die Blume. Es war die gleiche Blume, wie jene, die sie im Auto fand.

Eigentlich sollte sie ihn wegschicken, oder vielleicht um Hilfe rufen?

Doch wie er so da stand, mit der Blume in der Hand und ein kleines Lächeln auf den schmalen Lippen, kam er ihr so harmlos vor.

„Ich danke ihnen für die Blume, doch ich bin müde und möchte schlafen gehen. Wir könnten ja in den nächsten Tagen einmal darüber sprechen, oder auf einen Kaffee gehen, gegenüber von meinem Blumenstand ist ein nettes Kaffeehaus!?“ es war ein halbes Einverständnis mit einem Fragezeichen dahinter.

„Ja, gut, ich danke ihnen.“

Sie öffnete noch einmal das Tor der Garage und er ging langsam hinaus. Seltsam, sie konnte draußen seine Schritte gar nicht hören.
Als sie in ihrer kleinen Dachwohnung war, erschien ihr diese Begegnung unwirklich, fast wie ein Traum. Wie war er nur in die Garage gekommen, woher wußte er, wo sie wohnte? Sie schüttelte den Kopf und nahm sich vor, die Geschichte zu vergessen und auch nicht mit ihm ins Kaffeehaus zu gehen.
Sie lag dann noch eine Weile hellwach auf ihrem Bett. Es war sehr warm im Raum, sie stand auf und öffnete die Balkontüre einen Spalt und legte sich wieder hin und schlief dann doch ein.

Sie erwachte, denn irgendetwas lag neben ihr im Bett. Sie griff danach, es fühlte sich kühl und weich an. Sie setzte sich auf und machte Licht. Das ganze Bett war mit diesen schwarzen Blumen bedeckt, dazwischen grüne Blätter. Und beim Bettende stand ER.

Er hatte wieder dieses kleinen zaghafte Lächeln auf seinen schmalen Lippen und breitete seine Arme in ihre Richtung aus.

Ich träume, war ihr erster Gedanke. Doch es war alles so real!
Er kam um das Bett herum, setzte sich neben sie und löschte das Licht. Er nahm ihr beiden Hände in die seinen und küßte sie. Sie ließ es geschehen. Als er sie dann in seine Arme nahm, ihr wunderbare Worte zu flüsterte, sie umfing und sie seine Nähe spürte, war jeder Widerstand gebrochen, sie ließ sich fallen und gab sich diesem wunderbaren Gefühl hin. Sie glaubte über der Welt zu schweben, am Mond vorbei in silberne Wolken zu tauchen und auf schwarzen Pferden am Himmel zum Horizont zu reiten. Es war schön und schaurig zugleich.

Der plötzliche kleine Schmerz auf ihrem Hals wurde von ihr kaum bemerkt, er erschien ihr wie ein langer, süßer Kuss.

Er blieb bis zum Morgengrauen, zeigte ihr eine wunderbare Welt der Gefühle. So plötzlich wie er erschienen war, verschwand er wieder, nur der Vorhang bei der Balkontüre wehte in den Raum und verriet, wohin er gegangen war.
Sie verfiel in einen langen tiefen Schlaf und erwachte erst wieder gegen Mittag.

Ab nun baute sie ihren Blumenstand erst immer am Abend beim Krankenhaus auf, wenn die Dämmerung einsetzte und die Straßenlaternen brannten. Sie hatte sich ein wenig verändert. Sie war blässer als vorher, hatte immer einen leichten Schal vorne am Hals, der nach hinten herunter hing und bei leichten Windstößen ein wenig wehte.
Sie hatte auch immer schwarze Blumen in ihrem Repertoire, doch wurden die nicht sehr oft gekauft und welkten dann dahin.

Täglich konnte man den dunkel gekleideten Mann auf der gegenüberliegenden Straßenseite wartend stehen sehen, der ihr dann half den Stand abzubauen und der mit ihr nach Hause fuhr.
Die Menschen wunderten sich nur, dass die kleine Blumenfrau niemals zu altern schien, noch nach Jahren, wenn sie mancher wieder sah, sah sie gleich jung aus und hatte sich nicht verändert.

Sie schien auch sehr glücklich zu sein, sie hatte immer ein kleines Lächeln auf ihren Lippen, die gar nicht schmal waren, sondern voll und prall. Das Rot ihrer Lippen stach auffallend aus ihrem blassen Gesicht und auch ihre Augen hatten einen eigenartigen Glanz.


AUSZUG AUS DEM e-BOOK

"SIE SIND UNTER UNS"
von JOANA ANGELIDES

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Ausführliche
Leseproben

 

Donnerstag, 11. Dezember 2014

PARIS, Licht und Schatten, vampirig



PARIS, Licht und Schatten
von Joana Angelides


Die Stadt Paris, diese wunderbare Stadt des Lichtes, lag zu seinen Füßen. Von den Stufen des Sacré-Coeur  hatte man einen wunderbaren Blick  hinab auf das Stadtviertel rund um das Moulin-Rouge.

Einen eindrucksvollen Eindruck von dem Viertel hier heroben hat man, wenn man  sich zu Fuß, vom Bahnhöfen Gare de l´Est oder Gare du Nord kommend, nähert oder aus der Metrostation Barbès Rouchechouart steigt. Maler wie Toulouse Lautrec, Picasso, Monet, Utrillo, van Gough oder Braque haben hier bis zum Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts gelebt und gearbeitet.
Er schloß die Augen und vergegenwärtigte sich die damalige Atmosphäre. Er hörte wieder das Lachen der Menschen, ihre Musik und das laute Treiben. Es war damals leichter, sich mit Menschen zu vereinigen, sie in den Kreis rund um den  Cimetiere du Pére Lachaise , dem schönsten Friedhof von Paris, einzuführen und zu integrieren.

Einige Schritte weiter in Richtung der berühmtesten Sehenswürdigkeit des ehemaligen Dorfes, der Kirche Sacré-Cœur, tummeln sich zu  jeder Tageszeit ein Heer von Touristen.

Doch nun ist es bereits weit nach Mitternacht und nur mehr vereinzelte Schatten, die sich durch die engen Gassen bewegen kann man erahnen. Es liegt ein Flüstern in der Luft, ein Raunen der Gefühle und mit einer leichten Brise wird leise Musik heran getragen. Eine Katze hat mit einem Sprung irgendeinen Metalldeckel zum Fallen gebracht und das Geräusch hallt überlaut durch die Nacht und überdeckte die anderen Geräusche.

Die dunkle Gestalt löst sich aus dem Schatten der  sich in dieser Vollmondnacht hell abhebenden Kirche und bewegt sich lautlos in Richtung der  Rue Colbert.
Das helle Lachen aus dem kleinen Cafe´ „Chez Nous“ zog ihn an. Durch die Gardinen drang gelbliches Licht, gedämpft durch dichte Spitzenvorhänge.

Er war noch nie in dem Lokal, er schaute immer nur von außen hinein und sein Blick blieb immer an der großen  Serviererin hängen, die sich elegant und  flink zwischen den Tischen und Stühlen hin und her bewegte. Ihr langes blondes Haar hatte sie aufgesteckt und man konnte ihren weißen, makellosen biegsamen Hals sehr deutlich sehen. Durch die seitlichen Leuchten an den Wänden kam auch der Flaum an ihrem Genick wunderbar zur Geltung.
Er schloß seine Augen und stellte sich vor, wie er  ihren Kopf nach vorne beugen wird und langsam, ganz langsam seine Zähne darin vergraben wird. Ihr Blut war sicher süß und hell.

Die Türe des Lokales öffnete sich plötzlich und heraus kam ein junges Pärchen, eng umschlungen und sichtbar mit sich beschäftigt. Sie sahen die dunkle Gestalt erst im letzten Augenblick und das Mädchen stieß einen leisen Schrei aus. Um nicht aufzufallen,  blieb ihm nichts anderes über, als hinein zu gehen.
Es umgaben ihn plötzlich laute Geräusche, helles Licht. Für einen Moment verstummte die Unterhaltung, doch als er sich an einen freien Tisch setzte, verloren sie jegliches Interesse an ihm.
Sie stand plötzlich vor ihm, sah ihn fragend an und stellte einen Aschenbecher vor ihn hin.
Sie hatte, im Gegensatz zu ihren hellen Haaren, große dunkle Augen, ihr Munde war groß und versprach die Erfüllung geheimster Wünsche. Er blieb verschlossen, wölbte sich  jedoch nach vor und ihre Mundwinkel zuckten spöttisch. So schien es ihm zumindest.

Er bestellte einen Pernot, etwas Wasser und eine Zitronenscheibe und lehnte sich zurück.

Sie drehte sich um und bewegte sich langsam zur Bar hin und plötzlich erschien sie ihm seltsam vertraut. Es war sicher, weil  er sie schon tagelang beobachtete, seine Gedanken auf sie fixierte.
Er blieb,  bis sich das Lokal leerte und sie die Lichter löschte.
Sie blickte ihn fragend an, er lächelte ein wenig,  erhob sich und ging langsam auf sie zu. Er sah ihren überraschten Blick, bemerkte ein plötzlich aufflammendes Feuer in ihren Augen und Begriff in jenem Augenblick, als sie langsam den Mund öffnete und mit einem heiseren Schrei auf ihn losstürzen wollte, dass sie bereits zu seinem Kreis gehörte, dass sie beide bereits im Reiche der Unsterblichen waren.

Sie standen sich gegenüber und starrten sich an. Er hob beide Arme und zog sie langsam zu sich heran. Sie warf den Kopf zurück und stieß ein heiseres Lachen aus. Sie drehten sich im Kreise und schwebten über den Tischen, es war ein Tanz, der nie enden wollte.

Doch es begann langsam hell zu werden und sie mußten sich dem Unvermeidlichen fügen. Durch die geöffnete Türe des Lokales entwichen sie durch die Gassen und bewegten sich in Richtung des Cimetiere du Pére Lachaise. 


ZWEI FREUNDINNEN, Erotik



Zwei Freundinnen in Rage.
von Xenia Portos 

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Mit zittriger Hand las die Fürstin immer wieder den Brief ihrer Freundin Alexa. Sie schrieb, dass sie in den nächsten Tagen bei ihr eintreffen wird und hofft, dass der Fürst in dieser Zeit  abwesend sein werde. Sie wünscht sich eine Woche voller Sex und Erotik mit der Freundin, ohne dass sie vom Fürst gestört würden.

Fürstin Natalia  wusste es nicht genau, ob der Fürst nun da sein wird oder nicht, und leider ließ sich das auch nicht sofort erfragen, da er ja momentan außer Haus war und  niemand wusste, wann er wieder kommen wird.
Sie scheuchte die Magd auf und befahl ihr, das Zimmer  gegenüber herzurichten, das Bett mit den seidenen Laken zu überziehen und die Lampen im Raum zu reinigen, um die Beleuchtung ihrer Stimmung anpassen zu können.

Sie liebte die Fantasie der Freundin, wie sie sie erregte, wenn ihre Finger und ihre Zunge über ihren Körper glitten, wenn sie fest und doch sehr rücksichtsvoll in ihre Brustknospen biss, bis sie aufschrie.
Sorgfältig reinigte sie auch den Doppeldildo, zuerst in lauer Seifenlauge, dann mit ebenfalls lauwarmer Milch und rieb ihn mit Vaseline ein. Ohja, sie werden ihn beide gleichzeitig einführen und dann minutenlang, langsam ihrer beider Becken bewegen bis es zu einem Orgasmus kommt und sich dabei gleichzeitig selbst an den Brustspitzen erregen.

Alexa kam mit der Kutsche an und dirigierte das Personal herum, um ihren großen Koffer und unzählige Reisetaschen auf ihr Zimmer zu bekommen.
Die beiden Freundinnen begrüßten sich mit einer liebevollen Umarmung, während der die Fürstin mit zittrigen Fingern in den Ausschnitt der Freundin glitt und  lustvoll deren harten Brustspitzen suchte.

Sie waren beide sehr ungeduldig, um den kleinen Lunch zu Mittag rasch hinter sich zu bringen und sich auf ihre Zimmer zu begeben.

Alexa hatte ihren fließenden, weichen schwarzen Morgenmantel übergeworfen, darunter war sie nackt. Die Fürstin lag auf dem kleinen Sofa, das in der Mitte des Raumes stand und trank genussvoll ein Glas Champagner und wartete, bis die Freundin kam. Ihr Morgenmantel hatte  viele Rüschen, war  vorne offen, die tiefrote Farbe unterstrich ihr schwarzes Haar und betonte ihre bereits geröteten Wangen.

Sehr leise und sichtlich erregt schlüpfte Alexa nun durch die nur angelehnte, geöffnete Türe in das Zimmer der Freundin und kniete sofort neben dem kleinen Sofa, ihre Hände glitten unter die raschelnde Seide und fanden ihren Weg direkt zwischen die Schenkel von Natalia.
Sie wollte die Freundin sofort erregen, ihre Perle ohne Vorwarnung  zwischen ihren Zähnen rollen, die Zunge auf und ab gleiten lassen. Natalia öffnete ihre Schenkel und ihre äußeren Lippen der Vagina mit ihren spitzen Fingern, damit die Freundin ohne Mühe  vordringen konnte.

Diese begann nun ihre Zunge spielen zu lassen, strich zwischen ihren Pobacken hin und her und presste ihre Schenkel zusätzlich auseinander. Natalia spürte, wie sich ihr Unterleib langsam aber sicher zu einem Vulkan entwickelte und die Lava nach oben drängte. Sie schrie leise, wimmerte und stöhnte. Alexa hörte nicht auf, auch nicht, als sie merkte, dass Natalia ihren ersten Orgasmus hatte. Sie hielt sich an ihrem Becken fest und hob und senkte es noch zusätzlich.

Die Magd stand hinter der halbgeöffneten Tapetentür und konnte ihre nun aufkommende Erregung kaum beherrschen. Ihre Finger glitten zwischen ihren eigenen Beinen hin und her und sie musste ihr Stöhnen unterdrücken, damit die beiden Frauen im anderen Raum es nicht hörten.

Nun richtete sich Alexa auf und begann mit ihrer Zunge langsam den Bauch nach oben zu kommen und landete schließlich bei den Brustspitzen der Fürstin.

Diese dirigierte nun mit ihren Fingerspitzen in der Vagina Alexas das Tempo der Zärtlichkeiten und genoss das geile Seufzen  der Freundin.
Alexa hatte den vorbereiteten Dildo neben dem Sofa bereits ausgemacht und schob ihn nun langsam in die bereits sehr feuchte Höhle der Freundin. Laaaangsam fuhr sie hin und her und genoss die leichten Drehungen und das Heben und Senken des Beckens.
Dann setzte sie sich an das Bettende des Sofas und spreizte ihre Beine und ließ das andere Ende des Doppeldildos in sich selbst hineingleiten. Sie begannen nun beide sich mit gegenseitigem Druck und Stößen langsam zu einem neuen Höhepunkt zu treiben. Sie konnten sich nicht gleichzeitig gegenseitig berühren, daher rieben und drehten sie ihre eigenen Brustspitzen, bis es zur Explosion kam.

Sie merkten nicht, dass der Fürst  den Raum betreten wollte und erstaunt an der Verbindungstüre stehen blieb. Er genoss den Anblick der beiden Frauenkörper, wie sie sich in Rage hin und her wanden, wie sich ihre Becken hoben und ihre Köpfe hin und her fielen, bis sie mit einem gemeinsamen Schrei zusammensanken.
Er verschloss die Türe wieder leise und nahm sich vor, Morgen an so einer Session auch teilzunehmen. Aber er wird sie überraschen und vorher ein wenig bestrafen!
 Auszug aus "FEDEROWAS-WELT"


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Mittwoch, 10. Dezember 2014

BLONDINEN BEVORZUGT, Glosse



Blondinen bevorzugt.
von Joana Angelides

Wenn man sich so durch die Yellow-Press liest, dann merkt man erst, wie wandelbar wir Frauen doch sind!

Heute noch unscheinbares Mauerblümchen, können wir schon morgen im Scheinwerferlicht stehen. Ist eben so wie bei Schmetterlingen, die aus dem Cocon schlüpfen und ihre volle Pracht entwickeln.
Der Vergleich mit dem Schmetterling ist schöner, als die mit dem kleinen hässlichen Entchen, das zum Schwan wird, denke ich einmal.

Man kann sich nur wundern, was Pinsel, Farbe und das richtige Licht aus uns machen können. Es besteht also auf keinen Fall ein Grund,  die Flinte oder was auch immer, ins Korn zu werfen, sollte man  von Natur aus nicht wie ein Titelbild von Vogue aussehen.

Natürlich haben es dabei blonde Frauen leichter. Denn Blond ist seit Jahrzehnten DIE Haarfarbe, welche von den Herren der Schöpfung bevorzugt wird.
„Blondinen bevorzugt“, wissen wir spätestens seit Marylin Monroe.

Blondinen haben auch lange Beine, so lang, dass es der Fantasie überlassen bleibt, wo sie aufhören. Das ist die gängige Meinung.

Blondinen haben aufregend, immer willig und nicht sehr intelligent zu sein. Meint Mann nun einmal. Wird schon so sein, denn warum sehen  alle Models auf diversen Ferraris oder Bugattis sitzend oder liegend, so auffallend blond und naiv aus?

Wonach dürstet Mann so, wenn es besonders heiß ist? Nach eine(r)m  kühlen Blonden natürlich!

Und was sollen wir nun machen, wir dunkelhaarigen Frauen mit vielleicht nicht gar so endlos langen Beinen? Auf keinen Fall verzagen, sondern den Kampf aufnehmen mit dieser  Übermacht, denn sie werden immer weniger, die blonden Menschen allgemein, sagt die Statistik und die Anthropologen.
Daher steht fest, wir werden letztendlich siegen!

Inzwischen können wir uns nur trösten und in Geduld fassen, denn „Nobody is perfect“!




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Manche Träume schmecken salzig, Erotik



Manche Träume schmecken salzig.
von Joana Angelides

Mein Freund,
deine Fragestellung signalisiert mir, dass du es gerne nachfühlen würdest, wie es ist, wenn man einen Frauenkörper im Arm hält und spürt, wie er in Ekstase kommt, sich an deinen Körper klammert und um Erlösung schreit.

Du solltest es doch einmal versuchen, dein ganzes Selbst in ein offenes Gefäß fließen lassen und den dort freien Raum auszufüllen.

Als ich am vergangenen Wochenende so am Strand lag und meine Gedanken sich mit dem Erlebten im Hotel in meiner Heimatstadt beschäftigten, sah ich ihn plötzlich.

Er stand zwischen mir und der Sonne und versuchte zu malen.
Ja, er versuchte das Blau des Himmels mit dem Pinsel auf die Leinwand zu bannen. Dass es nicht so gelangt,  lag einfach am Licht, das sich immer wieder veränderte und durch die sich bewegenden Blätter der Olivenbäume zu immer neuem Leben erweckt wurde.
Ich merkte, dass er unzufrieden war. Immer wieder trat er einen Schritt zurück  und schüttelte den Kopf.
Ich sah ihn ja  nur von rückwärts, da war er ein breiter, sich nach unten verjüngender Schatten. Der weiße Panama-Borsalino mit dem breiten Band gab seinen Augen wahrscheinlich Schatten. Der Oberkörper war muskulös, soweit man das auf Grund seines breiten  Rückens sehen konnte. Die Muskeln spielten abwechselnd, wie bei einem Xylophon, das man anschlägt.
Die Melodie machte mich nervös.
Lust stieg in mir auf, wie immer wenn ich mir die Kraft  vorstellte, die sich wahrscheinlich zähmen, zur Geschmeidigkeit verführen ließe. Es ist wieder ein Mal wie ein Zwang für mich, es herauszufordern.
Ich versuchte mich abzulenken und   die Natur auf mich wirken zu lassen.

Man konnte das Salz des Meeres auf der Zunge spüren. Die Schreie der Möwen durchdrangen die Stille und das leise Plätschern der kleinen Wellen schien die Stimmen aus der Tiefe des Meeres an die Oberfläche zu tragen.

Doch im Gegenteil, all diese Beobachtungen weckten zusätzliche Instinkte und eine leise Erregung in mir.
Wieso beachtete er mich nicht, er mußte doch meine Blicke spüren?

Meine Gedanken begannen Arabesken in den Sand zu zeichnen. Arme und Beine, sich windende Körper, einen weißen  Hut, den der Wind wegträgt. Sie erinnerten mich an die großen indischen Wandskulpturen an den Tempelwänden,  die einzelne Vereinigungssituationen darstellten.

Es waren die inneren Bilder von erhobenen, gebogenen Beinen der Frauenfiguren, die sich um den Körper der männlichen Figuren schlangen, oder Frauenkörper die sich über den erigierten Penis des unter ihnen liegenden Mannes stülpten, die meine Lust ins Unerträgliche steigerten.

Ich hielt die Spannung  nicht mehr aus, erhob mich und lief geradewegs ins Wasser. Es umfing mich mit schmeichelnden Wellen, angenehme Kühle umspülte mich und ich schloß meine  Augen bis auf  einen Spalt um das Sonnenlicht auf den Wellen reiten zu sehen.
Es war ein unglaublich angenehmes Gefühl, sich von den Wellen tragen zu lassen, sich umzudrehen, unterzutauchen und wieder empor zu kommen.

Ich schwamm, alles rundherum vergessend und teilte die Wellen mit kraftvollen Tempi. Ich hatte meinen Bikinioberteil am Strand gelassen und spürte das zarte Streicheln des Wassers an meiner Haut, meinen erregten Brustspitzen. Meinem Gefühl folgend, rein instinktiv,  zog ich auch das Höschen aus, warf es an den Strand  und genoß es, mich nackt im Wasser zu bewegen

„Oh!“ Es war eine angenehme Stimme, ein wenig erschrocken klingend aber mit einem durchaus freundlichen Unterton.

Wir wären fast zusammen gestoßen, der Maler vom Strand und ich. Er hat mich also doch bemerkt, als ich an ihm vorbei lief und wie zufällig Sand aufwirbelte.

Wir lachten beide und brachten ein wenig  Abstand zwischen sich.
„Ich habe sie noch nie hier gesehen?“ Er schaute mich fragend an.

„Oh, ich bin nur dieses Wochenende da. Daher haben sie mich noch nie gesehen, ich schwimme gerne  weit hinaus, ich liebe das Meer sehr“

„Sie sollten aber nicht alleine so weit hinaus schwimmen, das kann gefährlich werden!“

„Nein, nicht für mich. Ich bin sozusagen am Meer aufgewachsen, fühle mich ganz zu Hause darin! Vielleicht bin ich eine Meerjungfrau?“
Ich lachte und warf meinen Kopf  und beide Arme zurück.

Sein Blick glitt von meinen nassen  Schultern tiefer ins Wasser und  plötzlich wurde mir bewußt, daß ich  nackt war. Ihn schien das in keiner Weise zu überraschen, nur mir blieb einen Moment lang die Luft weg.

War da ein belustigtes Lächeln in seinen Augenwinkeln zu sehen? Amüsierte er sich über mich?

Er brauchte aber doch einige Sekunden um sich zu fangen und ich ertappte ihn dabei, wie er seinen Blick auf mein Gesicht heftete, in dem Bemühen sich nicht anmerken zu lassen, daß er meine Nacktheit  bemerkt hatte. Meine Erregung stieg ins Unermessliche.

Nun lächelte ich in die entstandene Stille hinein und näherte mich ihm, bis ich  ihn spürte,  meine Beine  die seinen berührten und ihn ermunterte, mit mir gemeinsam, Körper an Körper dahin zu gleiten.
Er war ein Geschenk Poseidons an mich, dessen war ich sicher.

Wir folgten einfach der Stimmung des Augenblickes und  gaben uns diesem wundervollen Gefühl des kühlen Meeres, unseren sich bewegenden Körper hin und hatten auf einmal das Verlangen, den Horizont berühren zu können.

Ich fühlte mit angenehmem Schauer, dass er impulsiv seine Arme um mich schlang und preßte lustvoll meine Brüste an seinem Brustkorb  und ab diesem Moment vergaßen wir  beide die Welt um uns.

Wir drehten und bewegten uns im Wasser, als würden wir mit den Wellen schwingen, als gäbe es keinen Widerstand in diesem Element, ich erzitterte unter seinen Berührungen und wir  spürten  das Salz unserer Haut auf den Lippen.

Er hob mich unter Wasser auf, ließ mich auf der Oberfläche schweben, führte seine Hände zwischen meinen Schenkel und flüsterte mir sein Erstaunen zu, dass ich scheinbar doch keine Meerjungfrau bin.  Ich glitt nach unten, umschlang seine Lenden mit den Beinen  und nahm seine Erregung wahr. Nein, ich war keine Meerjungfrau, nur eine vor Lust geschüttelte See-Anemone, die sich öffnet und schließt und er mein Seepferdchen auf dem ich ritt, mit dem ich tief hinunter tauchen könnte in geheimnisvolle Unterwasserschlösser, nur Luftblasen an die Oberfläche schickend.

Gerade in einem fremden Element sind Gefühle intensiver, oft verstärkt und erschüttern Grundfeste, bauen Luftschlösser. Es war eine neue Erfahrung für mich, getragen von Gefühlen und flüsternden  Wellen,  der Lust einfach so Raum zu geben und es auch zu geniessen.





Ein ekstatisches Vibrieren, ein leiser Seufzer, eine letzte sanfte Berührung, ein  Kuss, wir lösten uns, ich tauchte anschließend schnell  unter und schwamm davon.

Da ich der Sonne entgegen schwamm, konnte er nicht genau sehen, wohin ich verschwunden war. Er dreht sich schließlich um und schwamm zurück.
Ich sah ihn noch eine Weile am Strand stehen und in die untergehende Sonne  blicken. Hin und wieder hob er die Hand, um mir zuzuwinken.
Dann nahm er seine Malutensilien und ging.
Ich ließ mich noch eine Weile von Poseidons starker Hand  wiegen, mich von den Wellen liebkosen und genoß diese angenehme Müdigkeit, die sich immer nach einem Höhepunkt bei mir einstellt.

Der Strand lag einsam und verlassen da und es war mir egal, ob ich nackt war oder nicht. Ich zog meinen Bademantel an, raffte meine Sachen zusammen und begab mich ins Hotel.

Lieber Freund, kannst du nachfühlen, dass ein von Sonne Sand und Lust erregter Körper sich in den sinnlichen Fluten des sich bewegenden Meeres hingeben kann?


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Hemmungslose Passivität, Erotik (lesbisch)



Hemmungslose Passivität
von Joana Angelides
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Lieber Freund,

Deine Frage, ob ich schon einmal eine Beziehung mit einer Frau hatte, ist nicht so einfach zu beantworten.
Ich denke, das was mir passiert ist, kann man nicht so ohne weiteres eine Beziehung nennen.

Es waren vielmehr zwei Wochen mit verwirrenden Eindrücken, die mehr Fragen als Antworten auslösten.

Ich war ein junges Mädchen, in einer Welt, wo Sexualität  allgegenwärtig war, Handlungen davon bestimmt wurden. Sah man eine Frau mehrere Male mit einem Mann reden, oder gar in Gesellschaft eines Mannes aus einem geschlossenen Raum heraustreten, so war scheinbar klar, dass sie soeben...............
In einem Kulturkreis, in dem die körperliche Liebe so unter Kontrolle der Allgemeinheit gestellt wird, blüht natürlich die Fantasie und die Neugierde. Und der Reiz des Verbotenen wird immer größer. Aber auch die Angst vor der eigenen Sexualität und vor dem anderen Geschlecht.


In einem Mädchenpensionat, wo viele Mädchen mit ihrer Pubertät und der aufkeimenden Sexualität weitgehendst alleine gelassen wurden, blühte natürlich die Fantasie besonders. Viele Gespräche der Mädchen drehten sich um dieses Thema und es ist nicht selten, dass Mädchen dachten, schon durch einen mehr oder minder unschuldigen Kuss, könne man die Unschuld verlieren oder sogar ein Kind bekommen.
Ja, damals, heute nicht mehr, lach.

Jeden Sommer, wenn die Ferien begannen, verließ ich das Internat um bei Freunden meiner Familie irgendwo in Südeuropa zu wohnen, die mir nach dem Tode meiner Eltern zur Familie wurden.
Eine wundervolle Familie mit viel Liebe und Weltoffenheit. Doch auch sie mußten sich dem allgemeinen Druck der Gesellschaft beugen und daher war Sexualität ebenfalls eine geheimnisvolle Sache, lach

Da gab es aber diese Tante. Eine schillernde Persönlichkeit, die mich immer an die Operette „Das Feuerwerk“ erinnerte. Sie war meist in Europa unterwegs, hatte wechselnde Liebhaber und scherte sich keinen Deut um die Meinung der Leute, schon gar nicht um die der eigenen Familie.
.
Auch ihr lag, nach eigenen Angaben,  halb Europa zu Füßen, besonders der männliche Teil!
Wenn sie nun auf einige Tage oder Wochen auf Besuch kam, waren immer schon alle neugierig, was es Neues gab und welchem ihrer Liebhaber sie inzwischen den Laufpaß gegeben hatte.

Auch als ich  schon dem Internat und der Schule entwachsen war, gehörten meine Sommer der  Sonne und dem Meer  und da gehörte auch diese so unmoralische, geheimnisvoll-verdorbene  Tante dazu.

Man muss auch wissen, dass die Zeit nach dem Mittagessen immer der Mittagsruhe gehörte. Alles zieht sich in seine Räume zurück, schließt die Sonnenblenden und ruht.

Diese Zeit habe ich oft dazu benutzt,  das Badezimmer für mich zu annektieren, Körper- und Schönheitspflege zu betreiben und der Hitze des Tages zu entgehen. Damals hatten nur wenige Klimaanlagen.
Als ich nun eines Tages ganz gedankenverloren unter dem Strahl der sehr lauwarm eingestellten Dusche stand,  klopfte sie zaghaft an und fragte, ob sie ganz kurz herein dürfe.
Ich bejahte und sie stand plötzlich im Raum, mit nur einem sehr kleinen Slip bekleidet, offenem Haar und einem netten Lächeln im Gesicht.

Ich hatte mich instinktiv umgedreht und ihr meinen Rücken zugedreht.

„Verzeih`, ich gehe gleich wieder, habe nur was vergessen. Oh soll ich dir den Rücken waschen?“

Ohne meine Antwort abzuwarten ergriff sie den Schwamm von der Ablage, gab Seife darauf und begann meinen Rücken in gleichmäßigen, langsamen  Bewegungen zu waschen.

Sie machte es sehr intensiv, aber beklemmend langsam. Sie hörte auch nicht am Rückenende auf, sie glitt weiter zu meinem Po, glitt nach vorne zu meinen Schenkeln und wie zufällig strich sie auch dazwischen, glitt nach oben über den Bauch und endete immer wieder an meinen Brüsten.
Ich stand, wie in einem Traum isoliert, bewegungslos da und genoß mit geschlossenen Augen diese Berührungen. Ich mußte mich an der Wand mit den Händen abstützen, meine Knie gaben irgendwie nach und dadurch bot ich meinen Körper fast schutzlos dar.

Sie griff zur Brause und begann  mich, ohne mit dem Schwamm zu unterbrechen abzubrausen. Richtete die Strahl immer wieder auf meine langsam sehr hart werdenden Brustspitzen. Im Rückblick wundere ich mich, wieso es keine Abwehr von meiner Seite gab. Doch war ich in diesem Moment von den auf mich einstürmenden Gefühlen wie gelähmt. Ich höre mich heute noch tief seufzen, leise und wohlig zu stöhnen.

Unser Badezimmer in Athen war sehr groß, hatte eine große Wanne, eine Dusche und ein Liegebett in der Ecke, mit einer weichen Auflage und einem Frotteepolster. Auch ein großer Waschtisch mit angeschlossenem Schmink und Spiegeltisch war da. Es standen Cremen und Tiegeln, Öle und Duftstoffe herum, die Laden waren voll mit allerlei Krimskram.

Sie drängte mich zum Liegebett und als ich etwas fragen wollte, hielt sie mir geheimnisvoll ihre Hand vor den Mund und bedeutete mir, nicht zu sprechen.
Im Haus war es ruhig, ich kam mir wie Dornröschen im verwunschenen Märchenschloß vor und ergab mich.
Sie nahm einer der Massageöle vom Spiegeltisch,  veilchenduftend und leicht zu verteilen. Sie begann meine Haut damit einzuölen und umkreiste immer wieder meine Brüste, meinen Nabel und rückte unaufhaltsam aber stetig immer näher an mein Lustzentrum. Ich dachte in diesen Minuten, dass das Öl mit tausenden aufgeschreckten Ameisen kombiniert sein muss, alles begann zu kribbeln. Ich mußte meinen Mund leicht öffnen und zog die Luft zwischen den Zähnen zischend ein.  Sie schob mir das Frotteepolster unter den Po und drängte meine Beine auseinander.

„Komm, öffne deine Beine, ich will sie sehen, deine Pforte zum Paradies. Will sie umkreisen, dich seufzen hören. Wir sind hier ganz alleine, keiner stört uns“, flüsterte sie.
Bevor ich antworten konnte, hatte sie bereits meine Schamlippen auseinander gedrückt und begann langsam mit den Fingern dazwischen zu kreisen und mich dabei anzulächeln. Alles erschien mir normal, logisch und selbstverständlich. Mit einer Hand kreiste sie weiter und mit der anderen Hand suchte sie jenen Punkt der mir den Verstand raubte, der hart und erregt hervor trat, der den Körper fast zum Bersten brachte, und tiefe Signale durch die Tiefe meiner Empfindungen jagte. Sie nahm diesen Punkt zwischen drei Finger, glitt nach oben und unten, drehte und bewegte ihn bis ich vor Lust fast das Bewußtsein verlor.
Tausend Sterne umkreisten mich, langsam begann mein Körper zu kochen. Es war wie bei siedendem Wasser, langsam begann alles zu summen, Luftperlen stiegen auf, bis es zu sprudeln und endlich zu kochen begann.

Rückblickend weiß ich, dass sie eine sehr erfahrene Frau war, einfühlsam und genießerisch. Sie genoss meine Hilflosigkeit, mit der ich diese Wellen von kleinen, den großen und ultimativen Orgasmus vorbereitenden Orgasmen, über mich ergehen ließ. Sie verstärkte ihre Bemühungen noch, indem sie sich über meine Brüste beugte und die Spitzen mit ihrer Zunge umrundete. Mit tausend Zungen.

Irgendwann verlor ich die Kontrolle über meinen Körper, er begann zu zittern, zu vibrieren.
Plötzlich in diesem Gefühlschaos spürte ich ihre langen, schlanken Finger in mich eindringen, sich bewegen und zu drehen und  meine Wahrnehmungsfähigkeit nahm zu, sie war derart geschärft, dass ich jeden Herzschlag, jeden Pulsschlag hörte, das Rauschen des Blutes in meinem Ohr wie einen Wasserfall wahrnahm. Die Explosionen in meinem Unterbauch erlebte ich wie in Trance, die alles verzehrende Glut, die den Körper erfaßte verbrannte mein Bewußtsein. Wie gerne hätte ich geschrieen, geschrieen wie auf einer einsamen Bergspitze. Doch ich hatte Angst vor dem Echo, dass mich jemand hören würde, ich öffnete meinen Mund weit, nur leise Töne entwichen stoßweise.

Es war eines der intensivsten Erlebnisse, welches ich damals  über lange Jahre hinweg hatte.

In den nächsten beiden Wochen ihres Besuches kam es noch zweimal zu einer Begegnung zwischen uns, jedes Mal im Badezimmer und jedes Mal schweigend, als hätten wir das vereinbart. Meine zaghaften, suchenden Berührungen auf ihrem heißen, erregten Körper quittierte sie mit immer intensiveren Erkundigungen meiner Empfindungen.

Als sie abreiste, gab sie mir einen Kuss auf die Wange, stupste meine Nase und lächelte mich an.
Sie ließ mich verwirrt und voller Schuldgefühle zurück. War ich nun lesbisch oder nicht? Würde ich jemals wieder mit einem Mann schlafen wollen?
Während meines Urlaubes verblaßte das Erlebte wieder und ich begrub es in meinem Unterbewußtsein. Es weckte jedoch das Bewußtsein für meinen Körper, ließ mich neugierig werden und veranlaßte mich, ihn ein wenig mehr selbst zu erforschen.
Siehst du, mein Freund, das war mein einziges, einseitiges  lesbisches Erlebnis. Vielleicht kam es deswegen nie wieder dazu, weil ich nie wieder einer so erotischen Frau begegnet bin.


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